IGP: Glyphosat-Wende ist Abfuhr für NGO-Kampagne

Wie am Montag bekannt wurde, stuft die WHO den Herbizid-Wirkstoff Glyphosat nunmehr als vermutlich nicht krebserregend ein. Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) sieht darin eine herbe Abfuhr für die NGO-Kampagne gegen Glyphosat.

Pflanzenschutz

(Bildquelle: )

In einem Brief an Bundesminister Andrä Rupprechter spricht sich die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) klar für ein Votum zur Verlängerung des Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat auf europäischer Ebene aus. Denn eine Studie des Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR, gemeinsames Fachgremium der UN-Welternährungsorganisation FAO und der WHO) stellte fest, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung wahrscheinlich kein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt darstellt und das Vorsorgeprinzip eingehalten wird. Die Task Force der WHO, die 2015 aufgrund der unterschiedlichen Erg ebnisse der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) und des JMPR eingerichtet wurde, hat eine Neubewertung von Glyphosat empfohlen. Die Studie und die Erkenntnisse des JMPR sind das Ergebnis dieser Neubewertung.

„Hatte sich die absurde Kampagne von Global 2000 gegen Glyphosat sehr wesentlich auf Vermutungen der WHO/IARC gestützt, kommt nun aus genau derselben Richtung gegen die Behauptungen von Global 2000 eine Abfuhr. Damit wird der NGO-Kampagne der Boden unter den Füßen weggezogen und diese stürzt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Nun sind die europäischen Fachminister gefordert, auf Faktenbasis zu entscheiden und sich nicht von einer irregeleiteten NGO-Kampagne unter Druck setzen zu lassen“, so Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP).

In Deutschland spricht sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sowie die anderen CDU/CSU-Minister für eine Wiederzulassung von Glyphosat aus, während Bundesumweltministerin Barbara Hendicks und die anderen SPD-Minister eine Verlängerung ablehnen. Kommt keine einheitliche Linie bis zur dieswöchigen Abstimmung im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SC-PAFF) zustande, kann sich Deutschland nur enthalten.

Wenn Frankreich, Schweden, Italien und die Niederlande bei ihrer Ablehnung bleiben, ist eine qualifizierte Mehrheit kaum noch möglich. EU-Verbraucherkommissar Vasilis Andriukaitis will den umstrittenen Pflanzenschutzwirkstoff Glyphosat aber nur mit breiter Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zulassen. Deshalb verkürzte er bereits den Zulassungszeitraum auf nur noch neun Jahre. Österreich will nur unter Berücksichtigung einiger Umwelt-Auflagen zustimmen. (aiz/lw)

Lesen Sie hierzu auch die Meldung Neuer WHO-Bericht: Glyphosat doch nicht krebserregend vom 17.5.2016


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