Im Schnitt 1.000 € Dürredirekthilfe für rund 19.000 Betriebe

Die heurigen Dürreschäden betragen alleine im Grünland und Ackerbau 300 Mio. €, im Forst waren es weitere 200 Mio. €. Die beiden Agrarsprecher der Regierungsparteien, Georg Strasser (ÖVP) und Maximlian Linder (FPÖ), präsentierten die Endfassung des angekündigten Dürre-Hilfspakets.

Georg Strasser (ÖVP) und Max Linder (FPÖ) verkündeten, dass rund 19.000 tierhaltende Betriebe Dürre-Direktbeihilfen auf Antrag erhalten können. (Bildquelle: Spanring )

Wegen der extremen Trockenheit und der Hitzeperioden wurde bekanntlich von der Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für die Land- und Forstwirtschaft in Höhe von 60 Mio. € geschnürt und vom Parlament beschlossen. Das Paket beinhaltet drei wesentliche Säulen: 20 Mio. € für die Unterstützung von Versicherungsleistungen, weitere 20 Mio. € für die Unterstützung im Bereich der Forstwirtschaft und 20 Mio. € für die Direkthilfe an extrem betroffene Bäuerinnen und Bauern. 
 
Direktbeihilfen für Tierhalter
 
Man sei sich bewusst, so Bauernbund-Präsident Georg Strasser, dass „mit dem vorliegenden Paket nur ein kleiner Teil der Schäden kompensiert werden könne. Doch es gehe darum, den ärgsten Druck von den Bauern in den hauptbetroffenen Gebieten zu nehmen. Diese Hilfen sollen den Bäuerinnen und Bauern zeigen, dass die Gesellschaft sie nicht allein lässt.“
 
Neben Erleichterungen bei Agrarinvestitionskrediten, etwa durch Stundung von Tilgungsraten und einer Laufzeitverlängerung bis maximal ein Jahr sowie einer Agrarsonderkreditaktion „Trockenheit“ (Direktzinsenzuschuss von 5.000 bis höchstens 50.000 € je Betrieb für Darlehen, die frühestens ab 1. Oktober 2018 abgeschlossen wurden, mit einer Laufzeit von einem bis drei Jahren und einem Zinssatz von maximal 2,5%), gibt es auch 20 Mio. Euro an Direktbeihilfen für von der Trockenheit betroffene tierhaltende Betriebe . Diese Direkthilfen sollen vorrangig Betrieben in Grünland dominierten Regionen zugutekommen, denen der Verlust ihrer wirtschaftlichen Grundlage droht.
 
Laut den Agrarsprechern betrifft das österreichweit gesehen rund 19.000 Betriebe (OÖ: 8.800, NÖ: 4.500, Tirol: 2.200, Salzburg: 1.200, Vorarlberg: 900, Kärnten: 475, Burgenland: 76; die Steiermark fällt hier offenbar raus).
 
Kritik an der Gebietskulisse
 
Zur Abgrenzung der Gebietskulisse auf Ebene der Katastralgemeinden (KG) wurden das langfristige (zehn Jahre im Vergleich) und das kurzfristige (42 aufeinanderfolgende Tage) Niederschlagsdefizit anhand der Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und der Österreichischen Hagelversicherung festgelegt. Zudem wurden der absolute Niederschlagswert (mindestens 220 mm) und die Abweichung zum langjährigen Durchschnitt (maximal 320 mm) als Parameter zugrunde gelegt. Der Zuschuss beträgt 50 Euro/RGVE und wird nur für Tiere ausbezahlt, die auf Grünland und Ackerfutterflächen stehen.
 
Viele KGs – und damit dürregeplagte Betriebe – fallen daher raus, was bereits großen Unmut auf den Höfen und bei Funktionären hervorgerufen hat. Strasser und Linder ist das zwar bewusst, jedoch „haben wir momentan kein besseres Berechnungsmodel“, so der Bauernbund-Chef. Die Hagelversicherung arbeite ohnedies an einer Verfeinerung ihres Dürre-Index-Bausteins.
 
Für den FPÖ-Chefagrarier Linder ist gerade die steigende Eigenvorsorge der Landwirte mittels Versicherungspolizze die richtige Antwort auf künftige Wetterextreme. „Um die Bereitschaft der Landwirte zur Selbstvorsorge zu steigern, wird es ab 2019 auch ausgebaute Tierversicherung geben, die von der öffentlichen Hand zu 55 % bezuschusst werden“, kündigte Linder an.
 
Online-Antrag via AMA

Die Anträge auf Zinsenzuschuss (Agrarsonderkredite) bzw. auf Direkbeithilfe für RGVE-haltende Betriebe (Rinder, Schafe, Ziegen) können ausschließlich online auf eama.at vom 31.10. bis 30.11.2018 gestellt werden.

Sollte das Budget von 20. Mio. € allenfalls wegen der berechtigten Zuschusszuerkennung allenfalls überschritten werden kommt es zu aliquoten Kürzungen. Zudem ist der „de minimis“-Höchstrahmen von 15.000 € (aktuelles Jahr plus die zwei vorangegangenen Jahre Rahmen) zu beachten.

Zur Auszahlung sollen die Beihilfen dann 2019 gelangen.

Kriterien und Sonderrichtlinie

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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