Preismisere

Interessensvertreter kündigen Proteste an

Ein Milch-Erzeugerpreis von mindestens 40 Cent/kg netto sei nötig, damit die österreichischen Bauern kostendeckend produzieren können, erklärte gestern Bauernbund-Präsident Jakob Auer. Um Konsumenten auf die Lage der Bauern aufmerksam zu machen, kündigt in manchen Landesteilen die Interessenvertretung bereits Proteste an.

Über 11 Jahre ist es her, dass österreichische Milchbauern wie hier vorm Zielpunkt in Hartkirchen erstmals medienwirksam die Bevölkerung über ihre Situation aufmerksam gemacht haben. Für den 12. und 19. September sind jetzt wieder Aktionen in der Steiermark und Kärnten geplant. (Bildquelle: )

Von der heimischen Regierung forderte Auer die Einrichtung einer unabhängigen Agrarmarkt-Control zur Marktüberwachung, um den Preisverfall zu stoppen (siehe die Meldung von gestern).

Außerdem erwartet sich Auer von der heimischen Politik und den EU-Agrarministern, die sich am 7. September in Brüssel treffen, umgehende Maßnahmen, um die Krise am Milch- und Schweinemarkt zu entschärfen. Dass in diese Richtung etwas passiert, kündigte jetzt auch EU-Kommissar Hogan an. Bei dem Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister am 7. September sollten Sofortmaßnahmen zur Hilfe von Bauern auf den Weg gebracht werden, so Hogan. Der Kommissar ging dabei nicht ins Detail - er habe noch nicht mit allen Ressortchefs gesprochen.

Proteste am 12. September in der Steiermark, am 19. in Kärnten

Während BB-Präsident Auer erklärte, er wolle lieber Lösungen als Bauern-Demonstrationen wie in Frankreich, gehen einige Interessensvertreter aber schon in die Offensive und kündigen  öffentliche Proteste an.

In der Steiermark hat die Landwirtschaftskammer eine Initiative Steirer gegen Preisdrückerei bei Bauern" gestartet (bei Facebook unter #gegenpreisdrückereibeibauern). Präsident Franz Titschenbacher schlägt wegen der miserablen Erzeugerpreise Alarm: „Der Unmut der Bauern ist groß, die wirtschaftliche Lage spitzt sich immer mehr zu. Viele Bauernhöfe sind in Existenzgefahr. Es muss zu einer Trendumkehr kommen." Gemeinsam mit Landesrat Johann Seitinger hat Titschenbacher ein

auf den Tisch gelegt.

Doch damit nicht genug: Am Samstag, den 12. September werden quer durch die Steiermark die Traktoren aufmarschieren, erstmals seit vielen Jahren in einer konzertierten Aktion der größten Bauernverbände des Landes, heißt es in der Kleine Zeitung. Doch Agrarlandesrat Seitinger beruhigt gleichzeitig: „Wir werden keine französischen Verhältnisse schaffen, unsere Aktionen sollen die Konsumenten eher wachrütteln.“ Man werde großflächig Jausensackerl verteilen und darauf hinweisen, wie wenig vom Verkaufspreis beim Bauern ankomm

In Kärnten kündigt Bernhard Rebernig, Präsidialsekretär von Präsident Johann Mößler, gegenüber top agrar Österreich Kundgebungen für den 19. September an. Konkrete Schritte würden derzeit noch ausgearbeitet. Laut Kleine Zeitung wollen die Kärntner Bauern Konsumenten, Handel und die öffentliche Hand auf die Situation aufmerksam machen. In allen Bezirken sollen Infostände den Endverbrauchern die extrem schwierige Lage der Landwirte verdeutlichen.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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