Jahreshöchstwert für Erzeugermilchpreis im Dezember

Der österreichische Erzeugermilchpreis konnte im Dezember 2017 noch einmal zulegen und erreichte damit den Jahreshöchstwert. Allerdings führt die hohe Anlieferung Anfang 2018 zu einem Preisrückgang, berichtet das AIZ.

Hohe Anlieferungen führen Anfang 2018 zu einem Preisrückgang. (Bildquelle: Archiv )

Im Durchschnitt aller Qualitäten wurde laut Berechnungen der Agrarmarkt Austria (AMA) für Rohmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß ein Nettopreis von 40,86 Cent/kg ausbezahlt, brutto waren es 46,17 Cent. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat November einen Anstieg um 0,28 Cent, während im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ein Plus von 7,62 Cent oder 23% verzeichnet wurde.

Auf Basis des natürlichen Fett- und Eiweißgehalts ergab sich im Dezember 2017 ein mittlerer Erzeugermilchpreis von 41,81 Ct je kg. Nach Schätzung der AMA tendiert der Erzeugermilchpreis im Jänner 2018 im Vergleich zum Vormonat bereits schwächer und wird im Schnitt voraussichtlich bei 40,60 Ct/kg liegen.

Für Februar haben führende Molkereien aufgrund der deutlich gestiegenen Anlieferungsmengen bereits spürbare Preissenkungen angekündigt. Der von der AMA für Dezember 2017 ermittelte Erzeugerpreis von 40,86 Ct netto/kg bezieht sich auf den Durchschnitt aller Qualitäten. Für GVO-freie Qualitätsmilch (mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß, ohne Bio- und Heumilchzuschlag) zahlten die heimischen Molkereien und Käsereien ihren bäuerlichen Lieferanten im Schnitt 38,32 Ct netto, das waren um 0,22 Ct mehr als im Vormonat. Für Biomilch wurden im Mittel 49,85 Ct netto/kg erlöst, das bedeutet ebenfalls ein Plus von 0,22 Ct.

Für das Gesamtjahr 2017 errechnete die AMA einen durchschnittlichen Erzeugermilchpreis von 37,27 Ct je kg netto (Basis: 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß). Somit erhielten die Milchbauern im Mittel um rund 6 Ct mehr als im Jahr davor. Die Erlöse stiegen im Jahresverlauf kontinuierlich an, wobei die Preiskurve gegen Ende 2017 zunehmend verflachte.

Hohe Milchanlieferung führt zu Preisdruck

Die heimische Milchanlieferung wurde im Jahr 2017 aufgrund der positiven Preisentwicklung kontinuierlich gesteigert und erreichte in Summe ein Rekordhoch von knapp 3,2 Mio. t (+3,5%). Im Dezember überschritt die Milchmenge das Vorjahresniveau bereits um 9,4%. 

Manche Molkereien übernehmen mittlerweile um über 10% mehr Rohmilch als vor einem Jahr und auch mehr als dem Kontrakt entspricht. Sie appellieren an ihre Mitglieder, die Anlieferung zu verringern und wollen in den nächsten Monaten verstärkt mit Hilfe von Bonus- beziehungsweise Abschlagszahlungen versuchen, die Milchmenge zu drosseln, um den Erzeugermilchpreis auf einem akzeptablen Niveau halten zu können.

Auch die gesunkenen Erlöse für die Fettkomponente üben einen entsprechenden Druck aus. Im Jänner 2018 gab es in Österreich schon vereinzelt Erzeugerpreissenkungen, im Februar werden weitere folgen - auch bei marktführenden Milchverarbeitern. (aiz.info)

Artikel geschrieben von

Sylvia Haury

Redaktions- und Vertriebsassistentin

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