Kärnten hat bei erneuerbarer Energie die Nase vorn

Mit einem Anteil von 51,8 % erneuerbarer Energie liegt Kärnten an der Spitze aller Bundesländer Österreichs. Schlusslicht ist Wien mit weniger als 11 % Anteil. Im Durchschnitt liegt der Anteil erneuerbarer Energien in Österreich bei 33 % am Bruttoendenergieverbrauch.

Bundesweit stammen 57 % der erneuerbaren Energien aus Biomasse. Ohne diesen Zweig würde der Anteil erneuerbarer Energien am österreichischen Gesamtverbrauch nut bei 13 % liegen. Foto: Archiv (Bildquelle: )

Damit rangiert die Alpenrepublik innerhalb der EU 28 hinter Schweden, Litauen und Finnland an vierter Stelle. Das zeigt der gerade erschienene Bioenergie Atlas des Biomasseverbandes.

Unter den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Hinter Kärnten haben das Burgenland (47,4 %), Salzburg (45,7 %) und Vorarlberg (45,1 %) die höchsten Anteile von erneuerbaren Energieträgern in Österreich.

Während Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark nur knapp unter dem Bundesschnitt liegen, befindet sich Wien mit gerade einmal 10,7 % – auch aufgrund seiner naturräumlichen Gegebenheiten – hinsichtlich des Erneuerbaren-Anteils weit abgeschlagen an letzter Stelle.
 
100 % Ökostrom im Burgenland und in Tirol

Österreich nutzt 44 % der eingesetzten Energie zur Wärmeerzeugung, 36 % für Treibstoffe und 20 % zur Stromproduktion. Die Elektrizität ist der Sektor mit dem höchsten Anteil an erneuerbaren Energien, er beträgt österreichweit fast 70 %. Zu 100 % Ökostrom ist es allerdings noch ein weiter Weg, vor allem, weil die Stromimporte in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben.

Das Burgenland mit seiner starken Windkraft und Tirol vor allem dank seiner Wasserkraft haben heute schon 100 % Ökostrom erreicht. Auch Kärnten ist mit 99 % nicht weit davon entfernt. Schlusslicht ist Wien mit einem Anteil grüner Energien von 14,5 %. Trotz des größten Biomasse-Heizkraftwerkes Österreichs in Simmering ist die Bundeshauptstadt zu über 50 % von Stromimporten und zu 30 % von Erdgas abhängig. Neben Wien beziehen auch die Steiermark (32 %) und Vorarlberg (25 %) große Teile ihres Stromaufkommens aus Einfuhren. 

Burgenland und der Westen stark bei erneuerbarer Fernwärme

Das Burgenland hat 2014 bei der Fernwärmeproduktion einen Anteil von 100 % erneuerbare Energie (zu 99,8 % Biomasse). Vorarlberg und Tirol verfügen ebenfalls über Anteile biogener Fernwärme von über 80 %. Diese drei Bundesländer weisen absolut gesehen den geringsten Fernwärmeverbrauch auf. Die meiste Fernwärme wird in Wien genutzt, mit 20 PJ ist das mehr als ein Viertel der österreichischen Fernwärmeproduktion. Da die Wärmeversorgung Wiens überwiegend auf Erdgas basiert, beträgt der Anteil erneuerbarer Fernwärme in Wien nur 13,1 %. 

Kärntner, Burgenländer und Steirer begeisterte Holzheizer

Für die Raumwärmeerzeugung setzen Kärnten (53,1 %), die Steiermark (52,3 %) und das Burgenland (52,3 %) die höchsten Anteile an Bioenergie ein. Der Bundesschnitt liegt bei 40 %, den niedrigsten Beitrag biogener Raumwärme findet man in Wien (6,4 %). In Österreich heizen fast 700.000 Haushalte (18,6 %) mit Brennholz, Hackgut, Pellets oder Holzbriketts.

Andererseits sind aber noch 623.000 Ölkessel in österreichischen Haushalten im Einsatz. Tirol und Vorarlberg sind die einzigen Bundesländer, in denen Heizöl beim Energieeinsatz und der Anzahl in den Haushalten noch an erster Stelle liegt.

Kaum erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Im Sektor Verkehr verzeichnet Österreich nur einen Erneuerbaren-Anteil von 6,9 % (ohne elektrische Energie). Die Treibhausgasemissionen sind im Verkehrssektor seit 1990 um 60 % gestiegen, dies ist der Hauptgrund, dass Österreich seine Emissionen insgesamt seit 1990 erst um 3,2 % reduzieren konnte. Mehr als zwei Drittel der Treibhausgasemissionen entfallen auf die großen Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich und die Steiermark, in denen die Industrie und der Energiesektor stark zu den Emissionen beitragen.

Wiener haben niedrigste Treibhausgasemissionen pro Kopf

Die niedrigsten Emissionen insgesamt weisen mit Burgenland und Vorarlberg die beiden kleinsten Bundesländer auf. Bei den Pro-Kopf-Emissionen werden sie aber noch von Wien unterboten. Mit 4,4 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr liegt jeder Hauptstädter nur bei der Hälfte des Österreich-Schnitts von 8,9 Tonnen.

Die Wiener sind mit einem Bruttoinlandsverbrauch von 83,4 GJ je Einwohner auch Energiesparmeister der Republik – aufgrund des geringen Anteils erneuerbarer Energien landen sie aber beim Pro-Kopf-Einsatz von Ökoenergien mit 9,4 GJ weit abgeschlagen hinter den anderen Bundesländern. Jeder Kärntner nutzt jährlich durchschnittlich zehnmal mehr erneuerbare Energien (97,6 GJ). Die größten Pro-Kopf-Verbraucher an Energie insgesamt sind die Oberösterreicher mit 235 GJ vor den Niederösterreichern (216 GJ).

Download Bioenergie Atlas

 

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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