Kärnten richtet Wildschadensfonds ein

Von Bären, Wölfen, Luchsen, Bibern und Fischottern verursachte Schäden werden den Kärntner Landwirten künftig über einen eigenen Wildschadensfonds abgegolten. Wie viel die Bauern erhalten, soll anlassbezogen von einem Kuratorium entschieden werden.

Nicht nur vom Wolf gerissene Nutztiere soll der künftige Kärntner Wildschadensfonds abdecken. (Bildquelle: Bauernbund )

Diese Woche hat die Kärntner Landesregierung das lang diskutierte Wildschadenfonds-Gesetz beschlossen. Schäden, die durch ganzjährig geschonte Wildtiere verursacht wurden, werden künftig über diesen Fonds ausgeglichen. Experten kritisierten allerdings, dass der Fonds mit den vorgesehenen 100.000 Euro viel zu gering dotiert sei.
 
Laut dem zuständigen Agrarreferenten Martin Gruber (ÖVP) habe man sich dabei an den durchschnittlichen Schadenszahlungen der letzten Jahre orientiert. „Sollten die Mittel nicht ausreichen, wird der Fonds nachdotiert, „so Gruber laut ORF Kärnten.
 
Rechtssicherheit für Landwirte
 
Bisher haftete die Jägerschaft für diese Schäden. „Das war schlichtweg unfair“, so Gruber. Die Jäger seien für Schäden aufgekommen, die sie durch die ganzjährige Schonzeit der Tiere gar nicht verhindern konnten. Bisher habe es auch keine einheitliche gesetzliche Regelung für die Wildschäden gegeben. Daher waren die Bauern jahrelang Bittsteller, nun gebe es für sie Rechtssicherheit“, zeigte sich der Landesrat zufrieden.
 
Kuratorium für Schadensausgleichshöhen zuständig
 
Der Fonds hat einen Vorsitzenden, den jeweiligen Jagdreferenten des Landes, sowie ein Kuratorium, das über die Auszahlungen entscheiden wird. Neben dem Jagdreferenten erhält auch der jeweilige Naturschutzreferent Sitz und Stimme im Kuratorium. Weitere drei beschließende Mitglieder werden auf Vorschlag der Landwirtschaftskammer sowie der Jägerschaft ernannt. Fünf Mitglieder mit beratender Stimme sollen sich aus Wildbiologen, Experten der Fachabteilungen, dem Jagdaufseherverband sowie der Landarbeiterkammer zusammensetzen.
 
Der Gesetzesentwurf soll noch heuer vom Kärntner Landtag beschlossen werden. -lts-

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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