Alternativer Hochwasserschutz notwendig

Kein Monsterdamm in Waizenkirchen

Der Bau eines riesigen Rückhaltebeckens mit 6,5 m hohem Damm als Hochwasserschutz in Waizenkirchen ist vom Tisch. In einer Sitzung Anfang dieser Woche hat der Gemeinderat das Projekt mit 18 zu 7 Stimmen zu Fall gebracht.

Große Spannung herrschte im Waizenkirchener Gemeindesaal vor der Abstimmung. Vorn in der Mitte Bürgermeister Fabian Grüneis. (Bildquelle: Doppler)

Die Gegner dieser Dammvariante vom Verein "Dammfrei" atmen auf. Seit vier Jahren haben sie immer wieder auf die Probleme und Risiken des geplanten Hochwasserschutzprojektes hingewiesen. top agrar Österreich hat einen ausführlichen Bericht dazu in der Ausgabe 6/2018 ab Seite 10 veröffentlicht. Lange Zeit sah es trotz aller vorgebrachten Einwände der Betroffenen nach der Umsetzung des Projektes aus. Erst seit April dieses Jahres deutete sich eine Wende an.

Beide Varianten abgelehnt

Bei der Sitzung am Montag im Waizenkirchener Gemeindesaal gab es keinen einzigen freien Sessel. Rund 80 Bürger waren gekommen, um die Abstimmung des Gemeinderates zum Hochwasserschutz zu verfolgen. Bei der geheimen Wahl wurde über zwei mögliche Varianten für den Hochwasserschutz abgestimmt. Die Variante A (Errichtung von je einem Rückhaltebecken an der Aschach und am Sandbach mit Bau des 6,5 m hohen Dammes) wurde mit 18 Nein-Stimmen und sieben Ja-Stimmen genauso abgelehnt wie die Variante B mit linearen Hochwasserschutzmaßnahmen wie Dämmen und Mauern im gesamten Verlauf der Aschach im Gemeindegebiet Waizenkirchen. Hier gab es 14 Nein- und 11 Ja-Stimmen.

Offen für umsetzbare Alternativen sein

Georg Doppler, Sprecher des Vereines Dammfrei, zeigt sich überglücklich über den Ausgang der Wahl. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass es nie die Absicht der Dammgegner war, den Hochwasserschutz zu verhindern. „Wir sind natürlich für Schutzmaßnahmen“, so der Landwirt. Allerdings habe der Verein in der Vergangenheit immer wieder auf andere Alternativen hingewiesen, wie z.B. den Objektschutz selbst sowie den dezentralen Hochwasserschutz mit Stärkung des natürlichen Wasserrückhaltes. „Die Verantwortlichen müssen jetzt endlich offen sein für andere Maßnahmen“, so Doppler.

Bürgermeister Fabian Grüneis (ÖVP) erklärte nach Aussage Dopplers nach der Abstimmung, dass er die Ablehnung im Wasserverband Hochwasserschutz Aschachtal vertreten und diesen auffordern werde, Alternativen anzubieten.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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