Kitzbühler Bauer gewinnt Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis

Bio-Heumilch, Bio-Wagyu-Fleisch-Produktion sowie eine Solaranlage sind nur ein paar Beispiele, wie Werner und Elisabeth Hofer Nachhaltigkeit auf ihrem Betrieb umsetzten. Dafür erhielt die Familie gestern den Josef-Willi-Nachhaltigkeitspreis von der Landwirtschaftskammer Tirol.

v.l.n.r.:Kammerdirektor Richard Norz, LH-Stv. Josef Geisler, LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid und LAbg. Josef Edenhauser gratulierten Werner mit Elisabeth Hofer und Altbauer Josef Hofer zum Landessieg, zu dem Bezirksobmann Josef Heim und LK-Präsident Josef Hechenberger ihnen die Urkunde überreichten. (Foto: LK Tirol/ Schießling) (Bildquelle: )

Den Bio-Hof „Ried am Bichlbach“ in Oberndorf haben Werner und Elisabeth Hofer vor zehn Jahren übernommen. „Im Zuge dessen haben wir auf Bio-Heumilch umgestellt und neben der Milchviehhaltung die Mutterkuhhaltung forciert. Um die Qualität des Grundfutters zu steigern, haben wir 2007 einen neuen Laufstall mit Heubelüftung, Entfeuchteranlage und Dachabsaugung gebaut. Zusätzlich wurde auf dem Stalldach eine Solaranlage installiert“, stellt Werner Hofer seinen Betrieb vor. Aus dem hofeigenen Wald mit 16 ha wird im Sinne der Nachhaltigkeit das Brennholz für den Scheitholzkessel, zur Warmwasseraufbereitung und Heizung des Wohngebäudes, bezogen. Am Hof werden 35 Stück Vieh, davon rund 20 Milchkühe, mit eigener Nachzucht gehalten. In Zukunft will sich die Familie verstärkt der Bio-Fleischproduktion widmen und zwar mit dem Spezialprodukt „Wagyu-Rindfleisch“. Seit dem Frühjahr werden sieben Wagyu-Rinder am Hof gehalten. Für das Bio-Fleisch im Hochpreissegment hat er bereits eine Kooperation mit dem örtlichen Metzger vereinbart. „Besonders in der gehobenen Küche ist dieses Fleisch begehrt, aufgrund der feinen Fettmarmorierung, begehrt“, erklärt Hofer.
Die Kreislaufwirtschaft wird am Hof „Ried am Bichlbach“ aufrichtig gelebt. So wird das ganze Vieh im Sommer auf die eigene Alpe, die Griesner Alm im Kaiserbachtal, aufgetrieben. Hühner und Weidegänse werden für den Eigenverbrauch gehalten und als Gebietsvertreter der Imker besitzt Werner Hofer natürlich auch Bienenstöcke. Das Obst der Streuobstwiesen wird vom Vater Josef, der mit seiner Frau im Nebengebäude wohnt, zu Schnaps gebrannt. Auch für die Hofübernahme ist mit den beiden Söhnen von Elisabeth und Werner Hofer bereits bestens gesorgt.

Kreislaufwirtschaft am Hof ist Basis für Nachhaltigkeit

Mit dem Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis ehrt die Landwirtschaftskammer Tirol das nachhaltige Engagement der Tiroler Bauernfamilien. Heuer nahmen 61 viehaltende Betriebe daran teil. Von den acht Bezirkssiegern hob sich das Betriebskonzept von Familie Hofer aus Oberndorf in Tirol als Landessieger hervor.

Die Bezirkssieger finden Sie hier:


„Nachhaltige, oder anders ausgedrückt kreislauforientierte, Landwirtschaft ist ein Balanceakt, den jede Bauernfamilie versucht zu meistern. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn neben der Bewirtschaftung und dem Erhalt natürlicher Ressourcen zählen auch der Schutz der biologischen Vielfalt, der Tierschutz, die Lebensmittelsicherheit und Landschaftspflege sowie der Erhalt von lebens- und wettbewerbsfähigen Bauernhöfen zur nachhaltigen Landwirtschaft“, erklärte LK-Präsident Josef Hechenberger bei der Prämierungsfeier in Thaur. „In der Tiroler Land- und Forstwirtschaft ist das Denken in Generationen und der sorgfältige Umgang mit den natürlichen Ressourcen seit jeher tief verankert. Der Betrieb der Familie Hofer ist aber auch insofern ein besonderes Beispiel für Nachhaltigkeit, weil die kreislauforientierte Wirtschaftsweise im Einklang mit dem wirtschaftlichen Erfolg steht“, gratuliert LH-Stv. Josef Geisler der Gewinnerfamilie.

 

Artikel geschrieben von

Sylvia Haury

Redaktions- und Vertriebsassistentin

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