Köstinger für EU-weite Agrarmarktaufsicht

Der Bauernbund setze sich in Person seiner EU-Abgeordneten Elisabeth Köstinger für mehr und schärfere Maßnahmen gegen Preisdumping und Intransparenz bei der Lebensmittel-Preisbildung ein, berichtet die Plattform Medianet unter Berufung auf die APA.

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Foto: Bauernbund/karlheinzfessl.com (Bildquelle: )

Ein unabhängiger Regulator soll der Marktübermacht der Handelsketten etwas entgegensetzen. Aktueller Anlass ist der Start der weltgrößten Agrarmesse Grüne Woche in Berlin, bei der die Politikerin diese Ziele einer Aussendung zufolge bei einer Pressekonferenz erläuterte. Köstlinger sehe noch Mängel bei der Herkunftskennzeichnung der Produkte, auch wenn seit heuer eine verpflichtende Herkunftsauslobung für den gesamten Frischfleisch-Bereich in der Gastronomie gelte. Der Gasthauskunde sitze nämlich mit Augenbinde vor dem Schnitzel, ruft Köstinger nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie.

Diese Forderung bekräftigte am Freitag in Berlin auch der LK-Präsident Hermann Schultes. Herkunftskennzeichnungen geben den Konsumenten die Freiheit zur Entscheidung und sind Voraussetzung dafür, dass heimische Spitzenqualität wirtschaftlichen Erfolg am Markt hat. Nur wer österreichische Lebensmittel als solche erkennt, kann sie auch kaufen, so Schultes in einer Aussendung. Mit einer klaren Deklaration auf der Speisekarte kann jenen Trittbrettfahrern das Handwerk gelegt werden, die importierte Billiglebensmittel als heimische Ware verkaufen."

Europaweit, nicht nur in Österreich, sei die Konzentration im Lebensmittel-Einzelhandel beängstigend hoch, so die Bauernbund-Vizepräsidentin Köstinger. Der gesamte Markt ist in den Händen weniger. Regionale Produzenten und Verarbeiter sitzen längst nicht mehr am Verhandlungstisch bei der Preisbildung." Preisbildner seien die Handelsketten. Diese Konzerne legen die Richtpreise auch für den Großhandel fest, der die Gastronomie beliefert, erklärt Köstinger. Unser Bauern erzielen Produktpreise, die unter den Produktionskosten liegen. Der Markt funktioniert ganz einfach nicht mehr."

Die Politikerin setzte sich auf EU-Ebene nun für eine Agrarmarkt-Aufsicht ein. In der Lebensmittelversorgung müsse ein unabhängiger Regulator der Marktübermacht Transparenz und Objektivität entgegensetzen, so Köstinger. Sowohl Bauern als auch Konsumenten hätten ein Recht auf eine langfristig gesicherte Nahrungsmittelproduktion mit bester Qualität.


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