Köstinger: Heimische Bio-Produktion hat Potenzial

Der Aufwärtstrend bei Bio hält an. Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger sieht in der heimischen Bio-Produktion noch "sehr viel Potenzial und sehr viel Chancen zum Ausbau", wie sie heute bei der "Biofach" in Nürnberg, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, bei ihrem Besuch der heimischen Aussteller betonte.

Elisabeth Köstinger

"Die Marktentwicklung von Biolebensmitteln ist sehr positiv und in allen Produktionsgruppen steigt die Nachfrage", sagt Ministerin Elisabeth Köstinger auf der Biofach. (Bildquelle: elli-koestinger.at )

Allerdings sei es wichtig, im Biobereich einen Schritt voraus zu sein, immerhin habe Deutschland im Regierungsprogramm verankert die Bioproduktion ausbauen zu wollen. Wir müssen in Österreich den Wettbewerbsvorteil durch die langjährige Bioproduktion erhalten. Die Marktentwicklung ist sehr positiv und in allen Produktionsgruppen steigt die Nachfrage. Qualität muss aber auch ihren Preis haben, betonte Köstinger, dass es ihr nicht um entweder oder" sondern um sowohl als auch" gehe. Ich weiß, dass die konventionelle Landwirtschaft in Österreich um einiges naturnaher produziert als in anderen Ländern, unterstrich die Ministerin. Anlässlich der Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen 2021 bis 2027, in dem durch den Brexit voraussichtlich rund 14 Mrd. Euro fehlen werden, sei die große Frage, wie es mit der Agrarfinanzierung weitergehe. Ich will hier eine ehrliche Debatte führen und kämpfe für die bäuerlichen Familienbetriebe. Wir brauchen eine Veränderung in der Struktur der EU-Agrarpolitik und müssen weg von der Massenförderung sowie die Qualitätsproduktion und Vielfalt in den Vordergrund stellen. Dabei geht es darum, nicht mit den Billigsten, sondern mit den Besten zu konkurrieren. Die Ansprüche der Gesellschaft sind sehr hoch und die müssen wir erfüllen."

Die überbordende Bürokratie komme erschwerend hinzu, weshalb Köstinger ankündigte, dass die Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 im Zeichen der Erleichterung und Vereinfachung stehen müssen". Die österreichischen Landwirte wollen produzieren und müssen einen fairen Preis für ihre Erzeugnisse erhalten, unterstrich die Ministerin.

Grabmann: Nachhaltige Erfolgsgeschichte fortsetzen

"Bio ist eine nachhaltige Erfolgsgeschichte und Österreich spielt mit dem höchsten Bioflächenanteil in der EU und dem vierthöchsten Wert in der Welt dabei eine herausragende Rolle. Die Biolandwirtschaft entwickelt sich sehr positiv und eine steigende Nachfrage geht einher mit dem Zuwachs der Biobetriebe und -flächen, präsentierte Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann auf der Biofach" die jüngsten Zahlen zur Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in Österreich. Demnach ist die biologisch bewirtschaftete Fläche in Österreich von 2016 auf 2017 um 8% auf einen Anteil von insgesamt 23,9% angewachsen. In Summe sind über 46.000 ha Biofläche dazu gekommen - das entspricht in etwa der Größe der Bundeshauptstadt Wien. Oder anders ausgedrückt: Von 2016 auf 2017 ist die Biofläche in Österreich jeden Tag in der Größe von etwa 300 Fußballfeldern gewachsen, erklärte Grabmann, die an dem Ziel festhält, den Bioflächen-Anteil in Österreich bis 2025 auf 30% steigern zu wollen. Auch im laufenden Jahr rechnet die Obfrau mit weiteren Zuwächsen auf über 24%. Im Detail hat 2017 in Österreich die Biofläche im Ackerland um rund 23.000 ha auf insgesamt 7% zugenommen und im Grünland um zirka 22.000 ha auf 32%. Der Zuwachs im Obstbereich betrug etwa 1.000 ha.

Betrachtet man die Zahl der heimischen Bio-Bauernhöfe, so gab es 2017 hierzulande 1.294 Bio-Betriebe und damit um 6% mehr gegenüber dem Jahr davor. Insgesamt wirtschafteten 2017 über 23.000 Bauernhöfe beziehungsweise 20,4% aller heimischen landwirtschaftlichen Betriebe biologisch. Zwischen 2014 und 2017 sind im Durchschnitt jeden Tag sieben Betriebe neu in die Biolandwirtschaft eingestiegen, zeigte sich Grabmann über die Entwicklung erfreut.
Die Dynamik im Biobereich ist sehr gut erkennbar und der Zuwachs in der Produktion geht Hand in Hand mit einer ungebremsten Nachfrage. Kein anderer Sektor wächst derzeit in Österreich so stark wie Bio. Wir müssen angesichts europaweit steigender Bio-Anteile aber auch daran denken, unsere Position als Bio-Europameister für die Zukunft abzusichern, um dieses wesentliche Alleinstellungsmerkmal des hohen Bio-Anteils weiterhin zu behalten, so die Obfrau von Bio Austria.

Das werde gelingen, wenn Österreich seine bisherige Strategie zur Entwicklung der Bio-Landwirtschaft konsequent fortsetzt und weiter ausbaut. Dazu gehöre etwa die Abgeltung der Leistungen der Biobäuerinnen und -bauern für die Gesellschaft im Agrar-Umweltprogramm, notwendige Bildungs- und Beratungsmaßnahmen, aber auch gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Ich bin zuversichtlich, dass wir das gemeinsam mit der Politik in Österreich bewerkstelligen werden, unterstrich Grabmann.


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