Hochwasserschäden

Köstinger: Geld aus dem Katastrophenfonds soll helfen

Wegen der Überflutung von Hallein durch das Hochwasser wird bereits heftig über die Schuldfrage gestritten. Derweil ist aber fix, dass es Gelder aus den Katastrophenfonds für die Geschädigten geben wird.

Nach den durch extreme Starkregen ausgelösten Überflutungen in der vergangenen Woche sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger nun Geld aus dem Katastrophenfonds zu. "Der Bund wird alles Nötige dafür tun, um die betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Dafür werden Mittel aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung gestellt und schnellstmöglich nach Aufnahme der Schäden ausbezahlt", so Köstinger in einer Aussendung. Die Bundesregierung werde Hilfsmittel so rasch wie möglich freigeben und beim Wiederaufbau helfen.

Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung seien gemeinsam mit Einsatzkräften und unzähligen Freiwilligen im Dauereinsatz, um Betroffenen zu helfen und weitere Schäden zu verhindern. Leider könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Köstinger dankte "allen professionellen und freiwilligen Helfern, die in solchen Katastrophenlagen Tag und Nacht im Einsatz sind, um ihre Mitmenschen und deren Hab und Gut zu schützen".

Hallein: Hochwasserschutz wegen Einspruch verzögert

Einmal mehr zeige sich aber auch, so Köstinger, wie wichtig Schutzmaßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung seien. So würde das Genehmigungsverfahren für das "Hochwasserschutzprojekt Kothbach" in Hallein (Anm.: Dieser ansonsten kleine Wildbach hatte sich im Zuge der Regengüsse in einen reißenden Fluss verwandelt und das Stadtgebiet von Hallein überflutet.) bereits seit 2016 laufen und „konnte aufgrund von Einsprüchen des Naturschutzbundes Salzburg bis Ende 2020 nicht umgesetzt werden“. Seit Anfang 2021 habe die Wildbach- und Lawinenverbauung aber Maßnahmen im Ausmaß von 750.000 € umsetzen können.

Der Naturschutzbund sieht die Sachlage allerdings anders gelagert: Das Projekt sei zwar jahrelang geplant worden, und niemand ziehe die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen in Zweifel, so Hannes Augustin vom Salzburger Naturschutzbund. Es habe einen Einspruch gegen eine Teilbereich gegeben, und der Verbund habe eine Alternative erarbeitet, die auch laut Wildbach- und Lawinenverbauung gleich wirksam und gleich teuer, aber landschaftsschonender und umweltfreundlicher gewesen wäre.

Dabei sei es um den Grundbesitz nur eines Landwirts gegangen. Den restlichen geplanten Hochwasserschutz hätte man bereits bauen können, dieser sei aber bis heute auch noch nicht fertiggestellt, so Augustin laut ORF.at. „Da spiele ich den Ball gerne an die Politik zurück, die auch lange untätig war. Es kann nicht sein, dass die Naturschützer, die sich für Landschaftsschonung, Renaturierung und Verbesserung der Gesamtsituation einsetzen, jetzt beschuldigt werden.“