Sägeindustrie reagiert

200.000 fm Schadholz werden bis Ende Mai abgenommen

Durch die enorme Trockenheit und wochenlang fehlenden Regen sind unsere Wälder in ernster Gefahr. Das Landwirtschaftsministerium (BMLRT) schnürte mit den Ländern und der Sägeindustrie ein Aktionsprogramm zum Abbau des Schadholzes.

Gemeinsam mit OÖ-Landesrat Max Hiegelsberger macht sich Ministerin Elsiabeth Köstinger ein Bild von den Waldschäden n der Nähe von Grein (Bezirk Perg). (Bildquelle: BMLRT/Gruber)

Bereits seit 2017 zeigt sich ein Defizit in der Jahresniederschlagssumme in Oberösterreich, in Niederösterreich, im Burgenland und in weiten Teilen der Südsteiermark. In Bezug auf die Jahresniederschlagssumme fehlten in diesen Regionen seit ungefähr drei Jahren zwischen 15 und 30% Regen im Mittelwert.

Borkenkäferplage steigt stetig

Der Klimawandel verschärft somit die Situation zusehends und zusätzlich sind durch Trockenheit geschwächte Bäume anfälliger für den Borkenkäfer. Damit steigt mit der Trockenheit der Borkenkäferbefall und das führt zu einem massiven Anstieg der Schadholzzahlen:

  • 2019 sind österreichweit aufgrund von Borkenkäfer rund 4,3 Mio. fm Schadholz angefallen, davon alleine 2,2 Mio. in Niederösterreich.
  • Rund 62% der gesamten österreichischen Holzernte sind 2019 auf Schadholz zurückzuführen.
  • In den vergangenen Jahren hat der Borkenkäfer alleine in Niederösterreich auf einer Fläche von rund 20.000 ha gewütet und das entspricht der Hälfte der Fläche der Stadt Wien.

Die rasche Aufarbeitung von befallenen Bäumen und schneller Abtransport sind nun entscheidend, um weitere Ausbreitung des Borkenkäfers einzudämmen.

Übereinkunft mit Sägeindustrie

Die rasche Aufarbeitung von befallenen Bäumen und ein schneller Abtransport sind nun entscheidend, um weitere Ausbreitung des Borkenkäfers einzudämmen. Bund, Länder, Gemeinden, Industrie und Forstwirte müssen nun an einem Strang ziehen, um weitere katastrophale Auswirkung des Borkenkäfers in den österreichischen Wäldern zu verhindern.

Bund, Länder, Gemeinden, Industrie und Forstwirte müssen nun an einem Strang ziehen, um weitere katastrophale Auswirkung des Borkenkäfers in den österreichischen Wäldern zu verhindern. Es konnte eine Vereinbarung mit Vertretern der Sägeindustrie erreicht werden. Diese umfasst:

  • Als Sofortmaßnahme die Zusage von Abnahmen von zusätzlich 200.000 fm Schadholz bis Ende Mai.
  • Kontinuierliche Schadholzabnahme und Reduktion der Importe während der Zeit mit Schadholzanfall.
  • Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft und Sägeindustrie bezüglich Datenmanagement.
  • Einrichtung von Lagerkapazitäten bei Nasslagern, um Schadholz für längere Zeit lagern zu können.

Bundesministerin Elsiabeth Köstinger zeigt sich zufrieden mit dem Pakt: „Die Zusagen der Industrie sind eine wichtige Sofortmaßnahme und ein wichtiger gemeinsamer Verhandlungserfolg. Wir werden weiterhin, seitens der Bundesregierung, unseren Waldbauern zur Seite stehen.“

Auch Oberöstererichs Agrarlandesrat Max Hiegelsberger ist erleichtert: „Zusagen der Industrie, dass mehr Holz als bisher aus den Wäldern abgeholt werden soll, sind wichtige erste Schritte. Zusätzlich braucht es aber noch weitere Schritte, denn der Klimawandel und seine Folgen sorgen dafür, dass tausende Hektar Wald zusammenbrechen.“


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