Landwirtschaftskammer OÖ fordert Stopp für Pflanzenpatente

Gegen Patente auf Pflanzen und Zuchtmethoden dafür spricht sich die Landwirtschaftskammer Oberösterreich aus. Zu den Sorten sei weiterhin ein freier Zugang zu gewährleisten, fordert LK-Präsident Franz Reisecker.

(Foto: Archiv) (Bildquelle: )

"Manche Institutionen wie das europäische Patentamt scheinen die Zeichen der Zeit nicht zu verstehen. Wie sonst könnte es möglich sein, dass den europäischen Brauriesen Heineken und Carlsberg ein Patent auf eine Braugerstensorte erteilt werden soll. Wir anerkennen die Leistungen der Pflanzenzüchtung, vor allem soll sich die Arbeit der Züchter auch aus dem Verkauf von Saatgut finanzieren lassen, aber ein Patent auf eine Sorte ist für die Landwirtschaft völlig inakzeptabel und auch nicht mit der EU-Biopatentrichtlinie vereinbar, erteilt Oberösterreichs Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker diesem Ansinnen eine klare Absage.

"Am Sektor der Saatgut-Züchtung und -Entwicklung vollziehen sich momentan enorme Konzentrationsprozesse, welche die Landwirtschaft noch massiv treffen werden. Der Landwirtschaftskammer Oberösterreich ist es aber ein großes Anliegen, dass der freie Zugang zu Sorten und Saatgut für die Landwirte gewährleistet bleibt, so Reisecker.

Biopatentrichtlinie sagt nein

In der Biopatentrichtlinie aus dem Jahr 1998 ist klar geregelt, dass es kein Patent auf Pflanzensorten und Tierrassen gibt. Artikel 4 sagt klar: Nicht patentierbar sind: Pflanzensorten und Tierrassen sowie im Wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen und Tieren."

"Die europäische und nationale Politik ist aufgerufen, das europäische Patentamt im Bereich der Pflanzenpatentierung in die Schranken zu weisen. Aus unserer Sicht ist es unvertretbar, dass pflanzliches Material – auch wenn es züchterisch bearbeitet ist – für die Landwirte quasi 'mautpflichtig' wird, betont Reisecker. (aiz)

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Weninger Lukas

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