Lebensmittelverschwendung wird zum Stein des Anstoßes

Politiker in Deutschland und Europa verurteilen in ungewohnter Eintracht die Verschwendung von Lebensmitteln. Das Europaparlament verabschiedete vergangene Woche eine Entschließung, mit der die Halbierung der Abfälle bis 2025 gefordert wird. Jährlich werden EU-weit 89 Mio. t Nahrungsmittel in allen Stadien von Produktion und Konsum vergeudet.

2014 soll Jahr gegen Verschwendung werden
Ohne Gegenmaßnahmen dürfte diese Menge bis 2020 auf 126 Mio t wachsen. Mit einem Bündel aus europäischen und nationalen Maßnahmen will man dem Problem Herr werden. Die Europäische Kommission wird aufgerufen, Vorschläge zu machen. Angeregt werden beispielsweise Informationskampagnen und Aufklärungsarbeit an Schulen und Universitäten. Dazu soll 2014 zum „Jahr gegen Lebensmittelverschwendung“ gemacht werden.
 
Verwiesen wurde auf eine Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), wonach etwa ein Drittel der weltweit für den Endverbraucher produzierten Lebensmittel auf dem Müll landet. Diese gigantische Verschwendung von Lebensmitteln sei angesichts des wachsenden Welthungerproblems, der steigenden Nahrungsmittelpreise und der negativen Umweltauswirkungen nicht länger hinnehmbar.
 
Spätesten Verkaufstermin aufdrucken
Das Parlament drängt Hersteller und Handel dazu, den Verkauf von Produkten ab einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum einzustellen und eine zweite Angabe, den spätesten Verkaufstermin, aufdrucken. Davon verspricht sich das Parlament weniger Abfall im Haushalt. Vorher soll jedoch sichergestellt werden, dass die Verbraucher den Unterschied zwischen einem qualitätsbezogenen Mindesthaltbarkeitsdatum und einem aus Sicherheitsgründen angegebenen Verfallsdatum verstehen.

Packungsgrößen sollen angepasst werden, um sowohl dem Bedarf von Familien- als auch von Singlehaushalten entgegenzukommen. Öffentliche Einrichtungen sollen mit gutem Beispiel vorangehen, bei der Gemeinschaftsverpflegung auf regionale Produkte setzen und Reste unentgeltlich an Bedürftige abgeben, beispielsweise über die Tafeln. Auch EU-Programme wie die Bedürftigenhilfe oder die Abgabe von Schulobst und Schulmilch sollen auf die konsequente Vermeidung von Abfällen geprüft werden.


Verkaufsverbot unter Einstandspreis kritisiert
Darüber hinaus kritisieren die Parlamentarier das Verkaufsverbot unter Einstandspreis, das bekanntlich auch in Deutschland gilt. Dadurch werde der Einzelhandel der Möglichkeit beraubt, den Verbrauchern nicht verkaufte frische Lebensmittel kurz vor Geschäftsschluss zu einem günstigeren Preis zu verkaufen (AGE).


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen