EU-Erzeugermilchpreise

Leichte Delle bei den Jänner-Milchpreisen

Nach einem leichten Anstieg im Dezember 2019 waren die EU-Erzeugermilchpreise im Jänner 2020 etwas rückläufig. Führende Molkereien zahlten im Schnitt um 0,14 ct/kg weniger als im Vormonat.

Melkstand

Die Erzeugermiclhpreise gingen in Österreich und der EU leicht zurück. (Bildquelle: pixabay.com)

Das Vorjahresniveau wurde damit nur mehr um 0,04 Cent unterschritten. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor.

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg.

EU-Erzeugerpreise vorerst stabil

Laut LTO hat die Hälfte der erfassten Molkereien im Jänner 2020 keine Preisänderungen vorgenommen hat. Von den restlichen acht Verarbeitern erhöhten vier ihre Auszahlung leicht, während die anderen vier die Milchpreise zum Teil um mehr als 1 Cent verringerten.

Für die folgenden Monate zeichnen sich laut LTO derzeit noch stabile Tendenzen ab. Dies obwohl normalerweise die Erzeugermilchpreise in der EU im Frühjahr, dem saisonalen Verlauf folgend, nach unten tendieren und im Mai (zum Höhepunkt der Milchanlieferung) ihre Talsohle erreichen. Dann zeigt die Preiskurve üblicherweise bis Herbst wieder nach oben.

Milchpreis war auch in Österreich rückläufig

Zum Vergleich: Auch in Österreich tendierten die Erzeugermilchpreise im Jänner 2020 nach unten, im Schnitt sanken sie um 0,45 Cent auf 35,97 ct/kg netto (bei 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß).

Unsicherheitsfaktor Coronavirus

Was die weitere Preisentwicklung betrifft, so verweisen Marktbeobachter darauf, dass die fundamentalen Marktdaten im Milchbereich eigentlich günstig wären - vor allem weil das globale Angebot nicht drängend sei. Die Ausbreitung des Coronavirus habe aber generell zu einer Verunsicherung am Weltmarkt und einem zurückhaltenden Kaufverhalten geführt.

Die Einfuhren Chinas seien gesunken, aber noch nicht eingebrochen, da die Volksrepublik einen hohen Importbedarf habe. Zunehmende Probleme bereite aber die Transportlogistik, weil Container in China zum Teil nicht entladen werden könnten und damit insgesamt knapp seien.

Wenig Bewegung bei den EU-Notierungen

Am EU-Markt sind die Preise für Standard-Milchprodukte derzeit noch relativ stabil: Nach Angaben der EU-Kommission lag die mittlere Notierung für Butter am 1. März 2020 bei 353 €/100 kg, eine Woche zuvor waren es 355 €. Seit Jahresanfang ist bei Butter eine leicht sinkende Tendenz feststellbar.

GlobalDairy-Index gab erneut nach

An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) waren die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte zuletzt zum Teil erneut rückläufig, aber nicht mehr so deutlich wie vor zwei Wochen. Dieser erneute Rückgang des GDT-Index, der als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt gilt, wird von den Analysten vor allem auf die Ausbreitung des Coronavirus in China und anderen Ländern zurückgeführt.

Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 1,2%, bei der vorigen Auktion waren es -2,9%. Analysten führen das Minus vor allem auf die Verunsicherung der Märkte durch die Ausbreitung des Coronavirus zurück, sprechen aber von einem relativ moderaten Rückgang.


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