Maikäfer biologisch bekämpfen

Zur Bekämpfung von Maikäfern gibt es ein Pilzgerste-Verfahren, das auch heuer wieder in den stark betroffenen Regionen eingesetz wird. In Tirol wurden heuer bereits 600 Hektar Grünlandfläche mit der Pilzgerste behandelt. Die Futterverluste durch den Engerling-Fraß sollen damit in Grenzen gehalten werden.

Pilzgerste ausbringen

Die Verantwortlichen der biologischen Maikäferbekämpfungsaktion trafen sich in Umhausen im Tiroler Oberland zu einem Lokalaugenschein. Foto: LK Tirol/Haaser (Bildquelle: )

Seit über 20 Jahren vertraut man im Tiroler Oberland auf natürliche Maßnahmen, um die Schäden durch Engerlinge und Käfer in Grenzen zu halten. Letztes Jahr wurde ein österreichweit einzigartiger Aktionsplan gestartet, der heuer fortgesetzt wird.

Seit jeher kam es in ganz Tirol und besonders im Tiroler Oberland immer wieder zu einem Massenauftreten von Maikäfern, beziehungsweise Engerlingen. Damit verbunden waren enorme Schäden am Grünland, in den Äckern sowie im Obst- und Kleingartenbereich. Als erfolgreiche Gegenmaßnahme wird seit 1997 Pilzgerste zum Einsatz gebracht. Im heurigen Frühjahr werden knapp 600 Hektar Grünlandflächen mit Melecont Pilzgerste behandelt. Diese Fläche verteilt sich vorwiegend auf die Gebiete hinteres Zillertal, Mieminger Plateau, Umhausen, Arzl, Ranggen und Tösens.

So funktioniert die Behandlung

Durch den Einsatz der Melecont Pilzgerste, eines natürlich im Boden vorkommenden Pilzes, wird die Maikäferpopulation völlig ohne Chemie auf ein erträgliches Maß reduziert. Dabei dient das Gerstenkorn als Träger für den Pilz, der sich im Boden entwickelt und dadurch die Engerlingsbefallsdichte verringert. Mittels Schlitzgeräten wird die Gerste auf eine Ablagetiefe von mindestens 4 cm in den Boden eingearbeitet. Der Maschinenring Oberland hat dafür drei Geräte für Tallagen und ein Spezialgerät für Hanglagen im Einsatz.

Die Teilnahme am Ausbringungsprojekt ist dabei von Seiten der Bauern sehr hoch, sodass weitestgehend flächendeckend behandelt werden kann. Unterstützt wird die Aktion von den Gemeinden und dem Land Tirol. „Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung eines gesunden und leistungsfähigen Wiesenbestandes gelegt, denn Engerlingfraß bedeutet Futterverlust“, weiß ÖR Rudolf Köll, Obmann der BLK Imst.

Nächstes Flugjahr erst 2017, heuer Fraßjahr

Der Tiroler Aktionsplan sieht regelmäßige Ausbringungsaktionen in den Hauptbefallsgebieten vor. So kann sichergestellt werden, dass die Schutzwirkung durch den Pilz nachhaltig aufrechterhalten bleibt. „Das kann nur durch einen flächendeckenden Einsatz des Pilzes auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen erreicht werden“, erklärt LK-Fütterungsreferent Peter Frank. Nach dem letzten Flugjahr 2013 werden einem meist vierjährigen Zyklus folgend 2017 wieder die Maikäfer fliegen. Dementsprechend zählt 2016 noch zu den sogenannten „Fraßjahren“ der Engerlinge, die ohne Gegenmaßnahmen für teils enorme Schäden sorgen können.


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