Maiswurzelbohrer jetzt auch in Oberösterreich

Erstmals ist jetzt der Mais-wurzelbohrer auch in Ober-österreich aufgetaucht. Im Bezirk Perg sind die ersten Schädlinge in eine der Pheromon-Duftfallen gegangen. Die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde BH Perg hat eine Verordnung zur Bekämpfung des Maiswurzel-bohrers erlassen. "Darin enthalten sind Anzeigepflicht und Bekämp-fungsmaßnahmen, teilt heute Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger mit."

Der Maiswurzelbohrer ist 5 bis 6 mm groß, länglich und blassgrün-gelblich. Auf den Flügeldecken und am Flügelrand trägt er schwarze Längsstreifen. Fotos: Altmann

Der Maiswurzelbohrer ist 5 bis 6 mm groß, länglich und blassgrün-gelblich. Auf den Flügeldecken und am Flügelrand trägt er schwarze Längsstreifen. Fotos: Altmann (Bildquelle: )

Die wirksamste Maßnahme erreicht man mit gebeiztem Saatgut für den nächsten Maisanbau bzw. mit einer geänderten Fruchtfolge, bei der Mais auf einer Fläche in zwei aufeinander folgenden Jahren nur einmal angebaut wird. Außerdem müssen die auf Maisfeldern im Bezirk Perg verwendeten Erntemaschinen und Bodenbearbeitungsgeräte vor der Fahrt in andere Bezirke von Erde und Rückständen gereinigt werden.Bei frühem Auftreten wie heuer fressen die Käfer zur Blüte der Maispflanze an den Narbenfäden. Dadurch kann es zu einer schlechteren Befruchtung kommen. Größeren Schaden richten die Larven an, die an den Maiswurzeln fressen und so die Pflanze schädigen. Die Eiablage erfolgt im Sommer in den Boden. Aus diesen Eiern schlüpfen im nächsten Jahr Larven, die in cirka einem Meter Umkreis Mais-wurzeln zum Überleben brauchen. Je nach Befallsbild richtet der Maiswurzelbohrer einen Schaden von 30 bis 80 % an Erntever-lusten an. Eine Ausrottung des Schädlings ist europaweit nicht gelungen. Uns ist die Eingren-zung der Befallsgebiete wichtig. Mit gebeiztem Saatgut, das die Larven nicht fressen und richtiger Fruchtfolge bestehen hier die richtigen Ansätze in der Landwirtschaft, sagt Agrar-Landesrat Stockinger.In ganz Österreich haben die amtlichen Pflanzenschutzdienste der Länder 500 Pheromon-Fallen aufgestellt, um die Auswirkungen des Maiswurzelbohrers zu dokumentieren. Die von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erhobenen Daten zeigen, dass sich der Maiswurzelbohrer von Ungarn kommend seit dem Jahr 2002 mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 km pro Jahr in Richtung Westen ausbreitet und im Sommer 2007 den Bezirk Perg in Oberösterreich erreicht hat. Die Fundorte im Bezirk Perg liegen 38 km vom letzten Fundort in Pöchlarn in Niederösterreich entfernt. 


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