Milchpreise 2017: Wer landet vorn, wie haben wir gerechnet?

Zwei steirische Molkereien sind 2017 beim top agrar Milchpreisvergleich in der Kategorie gentechnikfrei Milch vorn. Auch bei allen anderen Milchsorten belegten jeweils steirische Unternehmen Platz 1. Um wen es sich handelt und alle weiteren Platzierungen finden Sie in Ausgabe 3, Seite 10-11. Im Folgenden erklären wir, wie wir bei dem Vergleich gerechnet haben.

Der höchste Auszahlungspreis 2017 lag bei fast 53 Ct netto (für Bioheumilch), der niedrigste rund 19 Ct darunter bei unter 34 Ct netto (für gentechnikfreie Milch). Alle Details finden Sie in der Ausgabe 3/2018. (Bildquelle: top agrar )

Datenbasis für den Milchpreisvergleich sind Abrechnungen der Landwirte und/oder Infos der Molkereien. Die meisten Unternehmen sind kooperativ und geben uns Auszahlungsdetails etc. bekannt. Einzige Ausnahme: Die Vorarlberg Milch (siehe unten).

Drei Musterbetriebe zwischen 100 und 500 t Anlieferung

Zurück zum Vergleich: Die Erzeugerpreise haben wir für drei Musterbetriebe ermittelt, und zwar für einen Musterbetrieb mit 100 t, 300 t und 500 t abgelieferter Milch. Alle Preise sind für Milch mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne MwSt. gerechnet. In den Preisen sind die vollen S-Klasse-Zuschläge (50/250) berücksichtigt. Nur die Kärntner Milch hat mit 200.000 Zellen eigene Kriterien für die S-Klasse.

Für mengengestaffelte Zuschläge (Mengenbonus) haben wir als monatliche Anlieferung theoretisch 8 333 kg, 25 000 kg bzw. 41 667 kg angenommen. Sämtliche Fixkosten und die Pauschale für Hofabholung wurden berücksichtigt. Der AMA-Marketingbeitrag wurde abgezogen.

Nachzahlungen der Molkereien wurden, soweit bereits bekannt, berücksichtigt. Aus der Summe aller Preisbestandteile wird für jeden Monat ein Vergleichspreis errechnet, der mit der monatlichen Anlieferungsmenge der Molkerei gewichtet wird (Jahresmittel).

Viele Unternehmen bieten Extraleistungen

Die meisten Molkereien bieten Serviceleistungen, wie Zubringerentschädigung, Harnstoffuntersuchungen, Ausreißregelung etc. an. Weil diese aber nicht ohne weiteres monetär zu bewerten sind, konnten wir sie nicht berücksichtigen. 

Große Unterschiede gibt es bei den Geschäftsanteilen der Genossenschaften, die Milchbauern als Anteilseigner in den Genossenschaften zeichnen müssen (siehe Übersicht). Die Belastung durch den kalkulatorischen Zinsverlust je kg Milch liegt zwischen 0,001 und 0,2 Cent, wenn man einen Zinssatz von 1 % unterstellt. Wir haben den kalkulatorischen Zinsverlust bei den Milchpreisen in Abzug gebracht.

Die Kosten für die Genossenschaftsanteile lassen wir mit einem entsprechenden Zinsverlust in die Berechnung einfließen (Bildquelle: top agrar)

Unsere Vergleichspreise haben allen Molkereien zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegen, damit Fehler ausgeschlossen werden können. Soweit Änderungen bis Redaktionsschluss mitgeteilt wurden, haben wir diese berücksichtigt.

Noch ein Hinweis zur Hochwald: Für die im Jahr 2017 gelieferte Milchmenge wird die Differenz zum bayerischen durchschnittlichen Milchpreis, der uns noch nicht bekannt ist, als Nachzahlung gezahlt. Dieser Wert wird von der LfL vorraussichtlich im April 2018 veröffentlicht.

Vorarlberger Milchbauern: Bitte machen Sie mit!

Noch ein Hinweis: Heuer hat uns wiederum nur die Vorarlberg Milch keine Daten geliefert. Dieses Unternehmen ließen wir deshalb wieder außen vor. Leider haben wir auch keinen Lieferanten gefunden, der uns seine Abrechnungen zur Verfügung gestellt hat. Wenn Sie Vorarlberg Milch-Lieferant sind und uns bei der Erstellung des Milchpreisvergleiches inkl. der Vorarlberg Milch unterstützen wollen, kontaktieren Sie uns unter redaktion@lv-topagrar.at oder rufen sie uns an unter 0223628700-11. Alle zur Verfügung gestellten Daten werden selbstverständlich anonym behandelt.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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