Milchpreise: Landwirte demonstrieren in Tirol und Salzburg

In einigen österreichischen Bundesländern fanden gestern und heute Bauerndemonstrationen gegen die jüngsten Milchpreissenkungen statt, berichtet das AIZ. Mit einer rund eineinhalbstündigen Blockade der Zufahrt zum Hofer-Zentrallager für Westösterreich in Rietz im Bezirk Imst haben Tiroler und Vorarlberger Milchbauern gegen die Preissenkung des Diskonters bei Milch und Milchprodukten protestiert.

Rund 1.000 Bauern aus den beiden Bundesländern waren beteiligt.An der Kundgebung nahm auch der Tiroler Agrarlandesrat und Bauernbundobmann Anton Steixner teil. Durch die Milchpreissenkung bei Hofer sehen die Bauern ihre Existenz bedroht. Es seien Betriebsaufgaben zu befürchten, was gravierende Folgen für den Tourismus und die Landschaftspflege haben könnte, so Steixner. Es gibt keinen Grund für diesen Preisrückgang. Milch hat vor 20 Jahren gleich viel gekostet wie heute, verurteilte der Bauernbundobmann das Preisdumping.Entschlossen gegen diese Tiefstpreise vorgehen will auch LK-Präsident Josef Hechenberger. 1809 war Andreas Hofer für uns. 2008 ist Hofer gegen uns, appellierte er an die Handelskette, von derartigen Preissenkungen Abstand zu nehmen. Die Konsumenten ersuchten Hechenberger, weiterhin treu zu heimischen Milchprodukten zu stehen. Ähnlich die Botschaft des Vorarlberger Agrarlandesrats Erich Schwärzler: Wer morgen heimische Lebensmittel will, muss heute zu den Bauern halten." Schwärzler strich auch die Bedeutung der flächendeckenden Landwirtschaft für den Tourismus hervor und warnte: Wenn heute der Bauer verschwindet, verschwindet morgen das Hotel." Am Samstag werden Tiroler Bäuerinnen, Bauern und Jungbauern die Konsumenten vor allen 37 Tiroler Hofer-Filialen über den Wert heimischer Lebensmittel und die Lage der Tiroler Landwirtschaft informieren.

Salzburg: Bauernbund-Demonstration vor der Arbeiterkammer

Mehr als 300 Flachgauer und Tennengauer Bäuerinnen und Bauern sowie Angestellte der Verarbeitungsbetriebe haben sich heute bei einer Demonstration gegen den willkürlichen Preisdruck des Handels und die ständigen Angriffe der Arbeiterkammer zur Wehr gesetzt. Der Salzburg Bauernbund wollte mit dieser Aktion ebenfalls auf die bedrohlichen Auswirkungen der Milch- und Fleischpreissenkungen aufmerksam machen. Dabei wurde von den Demonstranten erneut darauf hingewiesen, dass Milchpreisvergleiche zwischen Deutschland und Österreich gewaltig hinken".

Herndl: Preisdruck des Handels und Diskussion der AK sind Provokation

Bereits gestern haben sich mehr als 300 oberösterreichische Bäuerinnen und Bauern vor der Arbeiterkammer bei einer Demonstration gegen den willkürlichen Preisdruck des Handels und die ständigen Angriffe der AK zur Wehr gesetzt. Seit Wochen erreichen uns zahlreiche Anrufe und Protest-Mails aufgebrachter Bäuerinnen und Bauern. Sie beschweren sich über die Medienkampagne der Arbeiterkammer zum Thema Lebensmittelpreise. Diese zum Teil sehr unsachlich geführte Diskussion nützt dem Handel, schadet uns Bauern und kostet vor allem Arbeitsplätze, kritisierte Landesobmann Hannes Herndl. In einer Resolution an Präsident Johann Kalliauer wird die Arbeiterkammer aufgefordert, den Klassenkampf am Rücken der Bauern sofort einzustellen.

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