Nationale Eiweißstrategie

Neos kritisieren Untätigkeit des Ministeriums

Das Landwirtschaftsministerium startete im April 2019 die Erarbeitung einer nationalen Eiweißstrategie. Die Neos fragten den aktuellen Stand bei Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ab und kritisieren den zugegebenen einjährigen Stillstand beim Projekt.

Irritiert reagiert Neos-Landwirtschaftssprecherin DI Karin Doppelbauer auf die jüngste Anfragenbeantwortung aus dem Landwirtschaftsministerium, wonach Arbeiten an der österreichischen Eiweißstrategie im Jahr 2020 komplett ausgesetzt wurden. Als Grund führte das BMLRT die Corona-Pandemie an.

„Das Ministerium verspricht seit 2019, eine österreichische Eiweißstrategie vorzulegen. Nunmehr wird aber klar, dass Ministerin Köstinger eher unter dem Motto ‚Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis‘ agiert als mit dem Ziel eine ganzheitliche Futtermittelstrategie auf den Tisch zu legen“, so die Abgeordnete.

Die einjährige Unterbrechung im Strategieprozess zur Erarbeitung der Eiweißstrategie sei unverständlich und inakzeptabel. „Der Bedarf an Eiweißquellen für die Tierhaltung und der damit verbundene Import an gentechnisch verändertem, südamerikanischem Soja aus illegal gerodeten Flächen hat im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie ja auch nicht einfach pausiert“, kritisierte Doppelbauer.

Es brauche eine langfristige Ausrichtung für die österreichische Landwirtschaft. Teil davon müsse eine nachhaltige Eiweißstrategie sein, die verstärkt auf den innereuropäischen Raum und nachhaltige Anbauweisen setze. „Als ersten Schritt zur Wiederbelebung der Eiweißstrategie habe ich bereits vor Wochen ein Gipfel für eine nachhaltige Futtermittelstrategie gefordert. Das Landwirtschaftsministerium muss endlich in’s Tun kommen und die relevanten Stakeholder einbinden“, forderte Biobäuerin Doppelbauer abschließend.