Neuer WHO-Bericht: Glyphosat doch nicht krebserregend

Überraschende Wende: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Montag in einer neuen Risikoeinschätzung das umstrittene Herbizid Glyphosat als nicht krebserregend eingeordnet.

Foto: Werkbild (Bildquelle: )

Der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat ist nach einer neuen UN-Studie vermutlich nicht krebserregend, wie gestern Montag bekannt wurde. Damit widerspricht die neue Einschätzung der Krebswarnung der Internationalen Behörde für die Krebsforschung (IARC) aus dem letzten Jahr. Die IARC, eine WHO-Teilbehörde, hatte Glyphosat im März 2015 als wahrscheinlichen Krebserreger eingestuft.

Weder Krebsrisiko noch Erbgutschäden

Es sei unwahrscheinlich, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme für Menschen ein Krebsrisiko darstelle, stellten Experten des Fachgremiums „Joint Meeting of Pesticide Residues, das zur WHO und der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehört, nun fest. Die Chemikalie löse vermutlich auch keine Veränderungen des menschlichen Erbguts aus. Es gebe „kein Krebsrisiko aus Glyphosatrückständen“, fasst eine beteiligte Wissenschaflerin die Studie in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zusammen, die am Montag Nachmittag vorgestellt wurde.

Zum gleichen Ergebnis waren vor Monaten auch die deutsche und die europäische Behörde zur Risikoeinschätzung gekommen, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Vor etwa einem Jahr hatte eine andere Teilbehörde der WHO die Krebswarnung ausgegeben.

Neue Fragestellung, neues Ergebnis

Die unterschiedliche Einschätzung beruht laut FAZ auf einer unterschiedlichen Fragestellung. In Risikoeinschätzungen gehe es um mögliche Krankheitsfolgen infolge des Kontakts mit üblichen Rückstandsmengen. Die Gefahreneinschätzung hingegen, in der Glyphosat durch die WHO-Behörde ,,IARC" als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft worden war, basierten auf der Frage, ob ein Stoff grundsätzlich Krebs auslösen könne, auch in sehr hohen Mengen.

EU entscheidet diese Woche über verlängerte Zulassung

Die EU stimmt in dieser Woche über die Zulassungsverlängerung des Wirkstoffs ab. Derzeit ist unklar, ob eine Mehrheit für eine Verlängerung zustande kommt. Nach einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden EU-Entwurf soll Glyphosat für weitere neun Jahre zugelassen werden. Damit kam die EU-Kommission bereits Bedenken entgegen, denn ursprünglich sollte die Nutzung von Glyphosat für weitere 15 Jahre genehmigt werden. Das EU-Parlament hatte sich dagegen für eine auf sieben Jahre befristete Wiederzulassung ausgesprochen. (Reuters/lw)

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Weninger Lukas

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