Neues Brennverfahren für Dieselmotoren

Wissenschafter der Technischen Universität Wien (TU) haben ein spezielles Dual-Fuel-Brennverfahren entwickelt, das nun erstmals ermöglicht, Dieselmotoren mit einem Bioethanol-Anteil von bis zu 70% zu betreiben.

"Auf Dieselmotoren kann man in vielen Einsatzbereichen mittel- bis langfristig nicht verzichten, denken wir etwa an den LKW-Verkehr oder an Traktoren. Dort hat die Elektromobilität ihre Grenzen", sagt Bernhard Geringer. (Bildquelle: Höner )

"In manchen Ländern ist es schon lange üblich, dem Benzin größere Mengen von Ethanol beizumengen. In Dieselmotoren war das bisher aber nur in minimalem Ausmaß möglich, sagt Bernhard Geringer vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien. Messungen hätten gezeigt, dass diese neue Technologie die Motoreffizienz um bis zu 6,1% steigert und die Gesamt-CO2-Emissionen um bis zu 39% verringert.

Würde man das Bioethanol einfach in den Dieseltank mischen, käme es zu Problemen mit der Zündung. Bei dem von Geringer und seinem Team entwickelten Dual-Fuel-Brennverfahren wird wie bei gewöhnlichen Dieselmotoren durch einen direkteingespritzten Dieselstrahl gezündet. Zusätzlich wird aber zur Ansaugluft noch vor dem Motor der alkoholische Kraftstoff beigemischt. Er wird dann von der Diesel-Zündung mitgezündet. Gewissermaßen wirkt der Diesel wie eine Zündkerze für das Bioethanol, so Gehringer.

"Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass Bioethanol erfolgreich als Ersatzkraftstoff in einem Dual-Fuel-Dieselmotor eingesetzt werden kann und dass dieses Konzept der Umwelt erhebliche Vorteile bringt, sagt Geringer. Auf Dieselmotoren kann man in vielen Einsatzbereichen mittel- bis langfristig nicht verzichten, denken wir etwa an den LKW-Verkehr oder an Traktoren. Dort hat die Elektromobilität ihre Grenzen. Mit unserer Dual-Fuel-Technologie könnte man gerade in diesen Bereichen die Nachhaltigkeit und das Emissionsverhalten deutlich verbessern."

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Markus Schwaiger

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