Signal Richtung Modernisierung

Nigerianerin Okonjo-Iweala neue WTO-Generalsekretärin

Erleichterung weltweit über die Neubesetzung der WTO-Führung. Der EU-Bauernverband hofft, dass die WTO wieder die Eckpfeiler für die EU-Handelsstrategie in der Landwirtschaft bilden wird.

Ngozi Okonjo-Iweala

Ngozi Okonjo-Iweala (Bildquelle: WTO)

Die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala ist neue Generalsekretärin der Welthandelsorganisation. Presseberichten zufolge soll sie die WTO reformieren und entscheidend dazu beitragen, die zentrale Herausforderung der EU-Handelspolitik zu bewältigen.

Die Zeitung DIE WELT spricht von einem „Friedensangebot des neuen US-Präsidenten Joe Biden an die EU und an den Rest der Welt“. Denn in den vergangenen Monaten hatte Vorgänger Donald Trump die Neubestzung blockiert. Nach dem vorzeitigen Rücktritt des Generalsekretärs Roberto Azevêdo im vergangenen Sommer sei die ohnehin stark reformbedürftige und gelähmte Organisation ohne Führung gewesen, erinnert die Zeitung.

Zwar hatten sich die anderen Mitgliedsländer, allen voran die EU, schon im Oktober für die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala als neue Generalsekretärin entschieden. Aber ohne das Votum der USA, das noch ausstand, konnte sie nicht ins Amt kommen.

Es ist nun auch das erste Mal, dass eine Frau und ein Kandidat aus Afrika die WTO leitet. „Mit Frau Okonjo-Iweala besteht die Chance, die Spaltung der WTO in Industrie- und Entwicklungsländer zu überwinden“, wird Anna Cvazzini von den Grünen im Europäischen Parlament zitiert.

Insider vermuten, dass Bidens schnelle Bestätigung die EU darin bestätigen soll, dass ihre Strategie gegenüber China aufgehen könnte. Trotz des kurz vor dem Jahreswechsel noch hastig abgeschlossenen Investitionsabkommens mit China will die EU nämlich künftig gegenüber China geschlossen mit den USA auftreten. Was die Handelspolitik angeht, soll eine Reform der WTO dabei Dreh- und Angelpunkt einer gemeinsamen transatlantischen Haltung gegenüber China werden.

COPA-COGECA begrüßt Ernennung

Der Dachverband der EU-Landwirte und -Genossenschaften, COPA-COGECA, wertet die Ernennung von Ngozi Okonjo-Iweala auf Grundlage eines breiten Konsenses als positives Signal. Neben der historischen Symbolik dieser Entscheidung für die erste Frau an der Spitze der WTO sende die Organisation eine starke Botschaft in Richtung Modernisierung, berichtet aiz.info aus Brüssel.

Die WTO wolle wieder eine federführende Rolle einnehmen, nicht zuletzt auch aufgrund der aktuell herausfordernden Zeiten hinsichtlich COVID-19 und der Sicherstellung der Ve rsorgungssicherheit mit Lebensmitteln, betonte COPA-COGECA in einer Pressemitteilung.

Geht es nach dem Dachverband sollten die WTO-Verhandlungen auch in Zukunft die Eckpfeiler für die EU-Handelsstrategie in der Landwirtschaft bilden. Ein fairer Wettbewerb für alle Akteure im internationalen Handel sei dabei das Ziel. Darüber hinaus müssten alle Aspekte der Nachhaltigkeit gefördert und Vorteile des Handels auch landwirtschaftlichen Betrieben zugänglich gemacht werden, so COPA-COGECA.


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