Weltfrauentag

Frauen sind härter von Coronakrise betroffen als Männer

Frauen sind die Verliererinnen der Coronakrise und das in vielfacher Hinsicht. Daher zählt heute mehr den je, auf Chancengleichheit und Gleichstellung hinzuarbeiten, meint Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann anlässlich des Weltfrauentages am 8. März.

Frauentag

Die ARGE Bäuerinnen setzt sich dafür ein, dass die Position der Bäuerinnen gezielt gestärkt wird. (Bildquelle: LKÖ_APA_Ludwig Schedl )

Frauen haben die Hauptlast der Pandemie zu tragen und sind gleichzeitig deutlich härter von der Krise betroffen als Männer. Das zeigte eine Untersuchung von UN Women, die Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen. Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen, sieht hier noch signifikanten Handlungsbedarf: "Krisen verstärken Ungleichheiten. Diese Studie wie auch die persönlichen Erfahrungen der vergangenen zwölf Monate zeigen, dass nach wie vor alte Rollenbilder vorherrschen und im Bereich der Gleichberechtigung sowie Chancengleichheit für Frauen noch einiges offen ist."

Frauen stemmen in vielen Bereichen Coronakrise

Die Coronakrise wird in vielen Bereichen von Frauen gestemmt, was für diese unmittelbare gesundheitliche und ökonomische Folgen hat, wie die Erhebung von UN Women belegt. Nicht nur sind 70% der Pflegekräfte weltweit weiblich, Frauen übernehmen ebenso im privaten Bereich die Betreuung von an Covid-19-erkrankten Familienmitgliedern und sind dadurch dem Virus stärker ausgesetzt. Zusätzlich tragen sie die Mehrfachbelastung durch Beruf, Home Schooling, Kinderbetreuung, Pflege von betagten Angehörigen und Haushaltsführung. Dazu sind sie überwiegend in Sparten tätig, die von den Corona-bedingten Lockdowns besonders hart getroffen wurden, wie Einzelhandel, Gastgewerbe und Tourismus. Frauen sind somit besonders stark von Kurzarbeit oder Kündigung betroffen.

“In allen Stufen des Lebens spielen Frauen, und damit meine ich besonders auch unsere Bäuerinnen, eine essenzielle Rolle. Die heimischen Bauernhöfe sind dann erfolgreich, wenn die Partnerschaft zwischen Mann und Frau gelebt wird und die Bäuerin als gleichwertige Partnerin akzeptiert wird, ihre Ideen einbringen und die Zukunft des Betriebes mitgestalten kann. Als ARGE unterstützen wir die Frauen am Land seit fast einem halben Jahrhundert bei ihren vielfältigen Aufgaben“, betont Schwarzmann.

Mehr Gleichberechtigung für Frauen

Gleichzeitig bereitet die ARGE Österreichische Bäuerinnen gemeinsam mit den Präsidenten der Landwirtschaftskammern mit der “Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Forstwirtschaft“ seit vier Jahren den Boden für mehr Chancengleichheit in unterschiedlichen Gremien. “Frauen auf dem Land, auf den Bauernhöfen, sollen ihre Sichtweise einbringen und die Möglichkeit haben in entscheidenden Gremien mitzureden und mitzugestalten, damit gute, nachhaltige Lösungen für unsere Höfe und ländliche Regionen getroffen werden“, so Schwarzmann.

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"Du bist meine Heldin" heißt die Aktion des Landwirtschaftsministeriums zum diesjährigen Weltfrauentag. (Bildquelle: BMLRT/Zenz)

Heldinnen gesucht

Zum Weltfrauentag will das Landwirtschaftsministerium engagierte Frauen im Rahmen der Aktion „Heldinnen der Regionen“ vor dem Vorhang holen. “Der alljährliche Weltfrauentag macht uns darauf aufmerksam, wieviel Dank wir den Frauen generell und unseren Bäuerinnen im Speziellen jeden Tag im Jahr schuldig sind. Ihr Einsatz in der Familie und in der Gesellschaft ist einzigartig für das Wohl der Menschen in unserem Land. Sie sind das Herz der Familie und die Managerin am Hof. Dabei leisten unsere Bäuerinnen auch noch als Erzeugerinnen von wertvollen, regionalen Lebensmitteln ihren Beitrag für die Gesundheit der Konsumenten, sind als Dienstleisterinnen und Unternehmerinnen z.B. mit Urlaub am Bauernhof und Green Care echte Vorreiterinnen und durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit eine unverzichtbare Stütze der Gesellschaft in unseren Dörfern und Regionen", erklärt Schwarzmann.

Auf der BMLRT-Plattform www.nachhaltigkeit.at können bis 14. März Heldinnen der Regionen nominiert werden. Einfach ein Foto der Lieblings-Powerfrau posten und dazuschreiben, warum sie die persönliche Heldin ist. Nominieren auch Sie eine Frau aus Ihrer Region, die es besonders verdient hat, am Weltfrauentag vor den Vorhang geholt zu werden und voten Sie für Ihre Favoritin! Die drei Frauen mit den meisten Stimmen erhalten einen AMA-Genussregionen-Gutschein im Wert von 100 Euro und werden auf Facebook vorgestellt.


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