Milchmengenbeschränkung

Notmaßnahme bei Kärntnermilch läuft aus

Das Anfang April von der Kärntnermilch beschlossene Anlieferungsbeschränkungs-Regime läuft nach zwei Monaten aus. Laut Molkereidirektor Helmut Petschar war die Aktion erfolgreich. Ab Juni wird der Milchpreis zudem um 0,3 Ct/kg netto erhöht.

Das kurzfristige Milchmengenreduktions-Regime wird nach zwei Monaten wieder beendet. (Bildquelle: sreenshot)

Durchaus für Unmut bei so manchem Milchlieferanten sorgte die im April aufgrund der Corona-bedingten Absatzprobleme beschlossene Notmaßnahme der Genossenschaftsmolkerei in Spittal/Drau.

Demzufolge ergab sich die Basis für die Mengenreduktion aus der durchschnittlichen Tagesanlieferung vom 1. Jänner bis 31. März 2020. Von dieser durchschnittlichen statistischen Tagesanlieferung multipliziert mit 30 (für 30 Tage im April) bzw. mit 31. (für die 31 Tage im Mai) werden jeweils 10 % abgezogen. So ergibt sich die jeweilige Monatsmilchmenge, die mit dem aktuellen Milchpreis abgerechnet wird.

Für darüber hinaus angelieferte Milchmengen im April wurden nur 15 Cent/kg bezahlt. Seit Mai entfällt die Bezahlung der über die errechnete "Basismilchmenge" übersteigenden Anlieferungsmilch komplett.

Aktion erfolgreich, Milchpreis steigt

Während man im April durch das neue Anlieferungsmodell nur eine Reduktion von etwa 7% erreicht hatte, schaut es für Mai weitaus besser aus. Kurz nach der Monatsmitte ist man ziemlich exakt im Plan. "Knapp 10% macht aktuell der Rückgang aus", berichtet Molkereidirektor Helmut Petschar nach der gestrigen Vorstandssitzung.

In dieser Vorstandssitzung wurde die Beendigung der Notmaßnahme mit Ende Mai beschlossen. Zudem sollen jene Landwirte, die sich um Anlieferungsdisziplin schon länger bemüht haben, für ihre allfälligen im Mai nicht entlohnten Mehrlieferungen einen Gutschein für die molkereieigenen Shops erhalten. Zudem werde der Milchpreis, der die letzten Monate gleich geblieben war, ab Juni um 0,3 Cent netto erhöht", so Petschar gegenüber top agrar Österreich.

Für den Kärntnermilch-Geschäftsführer und VÖM-Präsidenten Helmut Petschar war die Notmaßnahme so manchen Unkenrufen zum Trotz ein durchschlagender Erfolg. (Bildquelle: Spanring)

Wiederholung der Notmaßname bei Bedarf

Die Frage, ob im Bedarfsfall eine Mengenbegrenzung erneut beschlossen werden könnte, bejahte Petschar eindeutig: "Sollten wir erneut vor solch einer Krise wie durch Coronavirus stehen, werden wir über eine ähnliche Reaktion natürlich nachdenken. Die aktuelle zeigt ja, dass wir diese gemeinsam mit unseren Bauern gut umsetzen können und auch umgesetzt haben. In einzelnen Härtefällen sind wir den Betroffenen auch entgegen gekommen."


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