Nachhaltige EU-Agrarpolitik 2030

„Nur gemeinsam mit der Landwirtschaft“

Die EU-Kommission hat mit der 'Farm-to-Fork'-Strategie und der Biodiversitätsstrategie zwei Säulen des Green Deal vorgestellt. Sie sollen Basis für sichere und qualitätsvolle Lebensmittel und eine intakte Umwelt sein. Für Österreichs Agrarpolitiker dürfe der Green Deal aber keinesfalls zu Lasten der Landwirte gehen.

Die künftigen EU-Agrarstrategien müssen für Österreichs obersten Landwirte-Vertreter Josef Moosbrugger verstärkt auf Eigenproduktion setzen. Denn die Ernährungssicherheit sei nicht importierbar, so der LK Österreich-Präsident. (Bildquelle: Spanring)

„Wir begrüßen die Initiativen der EU-Kommission und sind der Ansicht, dass sie wesentlich dazu beitragen können, die EU nach der Corona-Krise wieder voranzubringen. Jedoch müssen Ziele und Maßnahmen beider Strategien in sich widerspruchsfrei und mit anderen Bereichen, wie der Gemeinsamen Agrarpolitik, kompatibel sei“, stellte LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger in einer Aussendung fest und ergänzte: „Die Eigenversorgung mit Lebensmitteln als Ziel ist zu begrüßen, die Reduktion von Eiweißimporten aus Übersee ebenso. Das steht aber im Widerspruch mit dem Plan, weitere landwirtschaftliche Nutzflächen aus der Produktion zu nehmen. Das Ziel, den Einsatz von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Antibiotika zurückzuschrauben, scheint eher der veröffentlichten Meinung als einer wissenschaftlichen Basis entsprungen“.

In jedem Fall bedarf es alternativer Ansätze und moderner Züchtungsmethoden, da sonst die Ernährung der EU-Bevölkerung nicht gesichert werden kann. Grundsätzlich müssen im Sinne der Wettbewerbsgleichheit für importierte Lebensmittel dieselben Regeln gelten wie für die EU-Produzenten, sonst kann das nicht funktionieren, so der oberste Bauernvertreter. Denn „mehr Nachhaltigkeit kann es nur gemeinsam mit der Landwirtschaft und in Partnerschaft mit den Konsumenten geben“.

Vorreiterrolle der österreichischen Agrarpolitik

„Die Präsentation 'Farm to Fork'-Strategie unterstreicht einmal mehr die Vorreiterrolle der österreichischen Agrarpolitik in ganz Europa“, betonte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in einern ersten Reaktpon.

In Österreich werden bereits jetzt 25% der landwirtschaftlichen Fläche nach den Richtlinien des biologischen Landbaus bewirtschaftet, was uns zum Bio-Musterland Nummer eins macht. Darüber hinaus nehmen mehr als 80% der heimischen bäuerlichen Betriebe am Agrarumweltprogramm ÖPUL teil, welches 25 Maßnahmenpakete von Biodiversität bis hin zu Grundwasser- und Tierschutz umfasst, betonte die Politikerin.

Green Deal nicht zulasten der Bauernschaft

„Die Hauptlast des Klimaschutzes darf nicht von der Landwirtschaft getragen werden“, sagte Alexander Bernhuber, ÖVP-Umweltsprecher im EU-Parlament, und Simone Schmiedtbauer, ÖVP-Agrarsprecherin im EU-Parlament, anlässlich der Präsentation der Biodiversitäts- und der "Farm to Fork"-Strategie durch die EU-Kommission. „Es ist seit jeher im Eigeninteresse der Bäuerinnen und Bauern, die Umwelt sowie das Klima zu schützen und die Artenvielfalt zu bewahren. Wenn der Green Deal neue Maßnahmen für die Landwirtschaft erlässt, so müssen diese realistisch sein und finanziell abgegolten werden“, so die beiden EU-Abgeordneten in ihrer gemeinsamen Erklärung.

Die EU-Kommission skizziert in den beiden Strategien Maßnahmen zulasten der Landwirtschaft. So sollen der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich verringert und 10% der Landwirtschaftsfläche stillgelegt werden. Ein weiteres Ziel ist, dass ein Viertel der EU-Agrarfläche biologisch bewirtschaftet wird. Ein Lichtblicklaut der beiden ÖVP-Abgeordneten: Die verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung soll kommen.


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