OÖ: Landwirtschaft muss bei Bodennutzung Vorrang haben

„Ich setze mich dafür ein, dass zum Schutz unserer Nutzböden landwirtschaftliche Vorrangflächen ausgewiesen werden, die auch in Flächenwidmungsplänen zu übernehmen sind." Diese Forderung stellt Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ, anlässllich der bevorstehende Novelle des OÖ. Raumordnungsgesetzes auf.

Langer-Weninger

Michaela Langer-Weninger: "Der Druck auf den Boden muss im Hinblick auf Verbauung und Versiegelung weniger werden." (Bildquelle: LK OÖ)

Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert die die Erhaltung landwirtschaftlicher Produktionsflächen über das Instrument der Raumordnung ein. Der sorgsame und nachhaltige Umgang mit dem Boden ist die wichtigste Voraussetzung, um die Eigenversorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln weiterhin zu sichern. Wichtige Bodenfunktionen wie z.B. die Wasserrückhaltefähigkeit, die CO2 Speicherung im Humus, die Grundlage für Pflanzenwachstum und in Folge der Artenvielfalt, sind aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund fordert die Landwirtschaftskammer Oberösterreich die Etablierung von Flächenbilanzen und die Ausweisung so genannter „landwirtschaftlicher Produktionsflächen“.

"Boden kann nicht einfach wieder hergestellt werden"

„Ich setze mich dafür ein, dass zum Schutz unserer Nutzböden landwirtschaftliche Vorrangflächen ausgewiesen werden, die auch in Flächenwidmungsplänen zu übernehmen sind. Auf diesen Flächen soll keine Baulandentwicklung mehr für einen jeweils dafür definierten Zeitraum möglich sein. Über das OÖ. Raumordnungsgesetz wäre dies derzeit schon grundsätzlich möglich. Jede Änderung dieses Nutzungszieles bedarf einer besonderen Betrachtung mit entsprechenden Maßnahmen. Ein Ausgleich wie z.B. im Naturschutz, ist jedoch schwierig, da der Boden nicht einfach wiederhergestellt werden kann. Diese Lücke möchte ich gerne schließen. Zur besseren Absicherung sind außerdem in der zu erstellenden Flächenbilanz das Einhalten entsprechender Mindestanteile je Produktionsgebiet nötig, die uns klar zeigt, wo und wie viele landwirtschaftliche Produktionsflächen vorhanden sind“, erläutert LAbg. Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ.

Fruchtbaren Boden bewahren

Verantwortungsvolle Raumplanung bedeutet auch, fruchtbaren Boden zu bewahren und den Flächenverbrauch zu reduzieren. „Boden ist so wertvoll wie Luft und Wasser – wir müssen ihn daher ebenso schützen und bewahren. Künftige Änderungen in Raumordnungsgesetzen sollen diese Prämisse zum Grundsatz haben und konsequent umsetzen“, so Langer-Weninger.

Übermäßiger Bodenverbrauch führt vor allem in Ballungsräumen dazu, dass der Boden der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen wird. Die Ressource Boden kann jedoch nicht vermehrt werden. So dauert die Neubildung von einem Zentimeter Humus rund 100 Jahre. Ebene Wiesen und Äcker sind für die Landwirtschaft besonders bedeutend. Gerade diese aber werden auch für Betriebsbau- und Siedlungsgebiete bevorzugt. In der Vergangenheit wurden Äcker, die auf ebenen Flächen verloren gingen, auf Hanglagen neu angelegt. Dieser Umstand kann den Verlust an ebenen hochwertigen Flächen jedoch nicht ersetzen.

Steigende Bodenpreise

Die Preise der noch vorhandenen fruchtbaren Acker- und Wiesenflächen in guter Lage steigen ständig an. Mittlerweile stellt der teure Bodenpreis den begrenzenden Produktionsfaktor für landwirtschaftliche Betriebe dar. Guter Boden in guter Lage ist nur selten erhältlich und aus Sicht der landwirtschaftlichen Produktion zu teuer. Aufgrund der zu hohen Preise wird Grund und Boden zunehmend zum Spekulations- und Anlageobjekt und dient dann nicht mehr im nötigen Umfang als Grundlage für die landwirtschaftliche Produktion.

Unsere Bäuerinnen und Bauern legen verstärktes Augenmerk darauf, den Boden mit bedarfsgerechter Nährstoffversorgung und ganzjähriger Begrünung gesund und fit zu halten. Der qualitative Bodenschutz ist bei unseren landwirtschaftlichen Betrieben seit vielen Jahren oberstes Ziel. Noch konnte die Versorgung mit Lebensmitteln trotz rückläufiger bester Anbaufläche gewährleistet werden. „Trotzdem ist die Politik gefordert, den Druck auf den Boden im Hinblick auf Verbauung und Versiegelung zu mindern“, ist Langer-Weninger überzeugt.

Bodenschutz ist unerlässlich

Im Rahmen der Novellierung des OÖ. Raumordnungsgesetzes sollte daher dem quantitativen Bodenschutz verstärkte Bedeutung zukommen. „Zum Wohl unserer zukünftigen Generationen müssen wir eine intakte Versorgung mit heimischen, qualitativ hochwertigen, regionalen Lebensmitteln und eine gepflegte Natur- und Kulturlandschaft absichern. Ich halte es für sinnvoll, Ortskerne wieder attraktiver zu machen und leerstehende Gebäude zu revitalisieren. Bei der Bebauung von öffentlichen Flächen muss noch besser geplant werden. Parkplätze benötigen besonders viel Fläche. Deswegen sollten Parkhäuser forciert werden“, so Langer-Weninger.


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