Oberösterreich: Gute Getreideernte, aber Qualitätseinbußen

Die Wintergerstenernte in Oberösterreich lag heuer im Landesschnitt bei etwa 6.300 kg pro ha, mit ca. 160 bis 170 € pro t wurde etwa das Preisniveau des Vorjahres erzielt. Die Weizenerträge liegen in einer Bandbreite von 5.500 bis 8.000 kg pro ha, der  Landesschnitt dürfte bei etwa 7.000 kg liegen. Das teilten heute der oberösterreichische LK Präsident Hannes Herndl und Christian Krumphuber, Leiter der Abteilung Pflanzenproduktion, mit.

Die Weizenerträge in OÖ liegen im Schnitt bei 7000 kg, allerdings kam es aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen zu deutlichen Qualtitätseinbußen, so Christian Krumphuber von der LK. Fotos: http://goestl.gobl.net (Bildquelle: )

 "In Anbetracht des schlechten Erntewetters mussten wir bei unserer wichtigsten Getreideart, dem Weizen, leider Qualitätseinbußen in Kauf nehmen, so Krumphuber. Auf ca. 50.000 ha wird diese Kultur angebaut. Durch den anhaltenden Regen hätten sowohl das Hektoliter-Gewicht (Qualitätsparameter) als auch die Eiweißgehalte gelitten. Am schwersten wiege jedoch das Auswuchsproblem, von dem aus heutiger Sicht schätzungsweise ein Viertel der oberösterreichischen Weizenernte betroffen sei. Auswuchs bedeute in der Folge den Verlust der Backfähigkeit, einen eingeschränkten Futterwert und im Extremfall einen Totalverlust. In Anbetracht dieser Schwierigkeiten ist die Preisfindung schwierig - wir hoffen auf Fairness des Getreidehandels, so der Experte.

Auswuchs auch bei Triticale

Bei Winterroggen und Triticale ist die Situation ähnlich wie bei Weizen. Vor allem Triticale ist vom Auswuchs massiv betroffen (halbe oberösterreichische Ernte). Die Hektarerträge liegen bei ca. 6.000 kg. Bei Roggen liegen sie etwa bei 4.500 kg, wobei in den höheren Lagen der Roggen noch steht, berichtet das AIZ.Bei Hafer und bei Sommergetreide rechne die Kammer mit etwa 4.000 bis 4.500 kg/ha. Nachdem Sommergetreide überwiegend in den höheren Lagen angebaut wird, sei erst ein relativ geringer Teil geerntet.

Raps: Ansprechende Erträge und Preise

Bei Raps sind die Erträge mit ca. 3.200 kg im Landesschnitt ansprechend. Leider wurden durch Hagel auch etwa 500 ha Raps geschädigt bzw. großteils vernichtet. Einige Bestände konnten wegen der regnerischen Witterung erst sehr verspätet geerntet werden. Mit rund 420 € pro t gab es jedoch preislich eine recht erfreuliche Entwicklung, berichtete Krumphuber.Bei Sojabohne und Mais zeigen sich die Bestände bis jetzt großteils in Ordnung, hier wird eine gute Ernte erwartet. Aufgrund der kontinuierlichen Niederschlagsversorgung und auch der wüchsigen Wetterbedingungen wird im Grünland und im Futterbau heuer eine sehr gute Erntesituation verzeichnet. Es ist somit eine ausreichende Futterversorgung für die oberösterreichische Rinderhaltung gewährleistet.

Betriebsmittelpreise dramatisch gestiegen

LK-Präsident Herndl wies laut AIZ auch auf die schwierige Preis- und Kostensituation der bäuerlichen Betriebe hin: Nach einer jahrelangen Durststrecke gab es im Vorjahr eine Trendwende am Getreidemarkt. 2007 bewegten sich die Erzeugerpreise um die 200 € pro t, so Hendl. Man hoffe, für die heurige Ernte dieses Niveau in etwa halten zu können. Einmal mehr sei darauf hinzuweisen, dass auch diese Getreidepreise keine Ursache für die aktuelle Inflation von etwa 4% sein können".Bedrohlich werde für die Landwirtschaft inzwischen die Preisentwicklung bei manchen Betriebsmitteln, beispielsweise bei Handelsdünger. Binnen Jahresfrist haben sich die Preise für Stickstoff, Phosphor und Kali verdoppelt. Die Landwirtschaft kann nur sehr bedingt reagieren, in dem sie weniger düngt. Dauerhaft ist dies aber keine Strategie, denn man würde damit die Bodenvorräte langfristig ausplündern. Bei Stickstoff würde der Verzicht zu dramatischen Ertragseinbrüchen führen. Allein die Verteuerung des Düngers schlägt bei Getreide mit Kostensteigerungen von etwa 30 € pro t durch, unterstrich Herndl. Aus diesem Grund fordere die LK, dass der Mehrwertsteuersatz für landwirtschaftliche Betriebsmittel von derzeit 20% auf 10% reduziert wird. Damit könnte zumindest ein kleiner Teil der exzessiven Kostensteigerung abgefangen werden.

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