Wegen Tiertransporte in Drittländer

Offener Brief an Brüssel

Nach der wochenlangen Odyssee von hunderten Rindern auf zwei Schiffen im Mittelmeer schickten die Bauernbund-Politiker Simone Schmiedbauer, Josef Moosbrugger und Stefan Lindner ein geharnischtes Schreiben an die EU-Kommission. Adressiert ist dieses an die Kommissare für Gesundheit und Landwirtschaft.

Die EU-Kommission bekam Post aus Österreich. Darin wird in Bezug auf Tiertransporte aus der EU mehr Transparenz und Kontrolle sowie ein Exportverbot für EU-Schlachttiere gefordert. (Bildquelle: pixabay.com)

Bestürzt über Berichte, denen zufolge Tausende EU-Schlachtrinder eine monatelange Odyssee über das Mittelmeer durchleben mussten, wenden sich EU-Abgeordnete Simone Schmiedbauer, LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger und Rinderzucht Austria-Obmann Stefan Lindnern in einem offenen Brief an die EU-Kommission. Einerseits fordern sie eine rasche Lösung der aktuellen Problematik, die nicht nur den betroffenen Tieren, sondern der gesamten europäischen Landwirtschaft erheblichen Schaden zufügt, andererseits setzen sie sich für nachhaltig wirkende Verbesserungen des gesamten EU-Tiertransport-Systems ein. Dazu zählen mehr Transparenz bei Tiertransporten, bessere Kontrollen der europäischen Bestimmungen und ein EU-Exportverbot für Schlachttiere in Drittstaaten.

Tierschutz endet nicht bei der Stalltür

"Wir sind nicht nur selbst über diese Berichte entsetzt, sondern bekommen auch unzählige Rückmeldungen aufgebrachter Bäuerinnen und Bauern. Niemand kann nachvollziehen, wie so etwas - ausgehend von unserer Europäischen Union mit ihren sonst doch so strikten Bestimmungen - möglich sein kann. Wir sorgen tagtäglich voller Einsatz und Begeisterung für das Wohl unserer Tiere und werden in den öffentlichen Diskussionen trotzdem mit Derartigem in einen Topf geworfen. Das wollen und werden wir nicht auf uns sitzen lassen", kritisierte Moosbrugger scharf.

Die drei Agrarpolitiker forderten die EU-Tierschutzkommissarin und den EU-Agrarkommissar nachdrücklich auf, dafür zu sorgen, dass solch untragbare Zustände auf den Meeren abgestellt und künftig verhindert werden. "Tierschutz darf nicht bei der Stalltür aufhören", unterstrich Moosbrugger. Zudem forderen Schmiedbauer, Mossbrugegr und Lindner ein Verbot von Schlachtrinderexporten aus der EU in Drittstaaten. Exporte sollen ausschließlich für Zuchttiere zulässig sein, wo deutlich höhere Standards herrschen, weil die volle Vitalität der Tiere im zentralen Interesse des Empfängers liegt.

Für mehr Transparenz und bessere Kontrollen

"Darüber hinaus fordern wir die EU-Kommission auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um für mehr Transparenz bei Transporten von Lebendtieren zu sorgen. Bei der Verbringung muss das Wohl unserer Nutztiere EU-weit und somit flächendeckend sichergestellt beziehungsweise verbessert werden. Das muss bei einer zukünftigen Überarbeitung der Verordnung 1/2005 berücksichtigt werden", betonte Österreichs Chef-RIdnerzüchter Stefan Lindner.

"Wir fordern außerdem, dass die europäischen Institutionen mit verstärkten Kontrollen dafür Sorge tragen, dass die bestehenden europarechtlichen Bestimmungen hinsichtlich Tiertransport und Tierwohl auch tatsächlich eingehalten werden. Es kann nicht sein, dass Länder, die vorbildlich kontrollieren wie Österreich, deswegen umgangen werden - auf Kosten von Tierwohl, Klima und Wirtschaft. Wir fordern die EU-Kommission auf, hier für ein einheitlicheres und besseres System zu sorgen", betonte der ZAR-Obmann.


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