Ozeanien: Milchproduktion erholt sich nur langsam

Australien und Neuseeland werden ihren Export von Molkereiprodukten kurzfristig nicht wesentlich steigern können. Das geht aus einem Bericht zur Lage der Rohstoffindustrie hervor, den das australische Amt für Land- und Rohstoffwirtschaft (ABARE) heute in Canberra vorgelegt hat. Die Weizenausfuhr will Australien hingegen kurzfristig mehr als verdoppeln.



Milchkuhbestände steigen leicht

Laut dem ABARE-Bericht erholt sich die australische Milchwirtschaft nur allmählich von der anhaltenden Trockenheit. Erstmals seit sieben Jahren wird die Zahl der Milchkühe im Wirtschaftsjahr 2008/09 voraussichtlich wieder leicht zunehmen. Die Wasser- und damit die Futterversorgung der vielfach bewässerten Grünlandbetriebe bleiben aber angespannt. Daher dürfte die Milcherzeugung 2008/09 nur um 1,6% auf 9,25 Mrd. l steigen. Für Neuseeland prognostiziert das ABARE ein Plus von 2%. Hier verhindern Flächenkonkurrenz und strengere Umweltauflagen ein kräftigeres Produktionswachstum.Auf dem Weltmilchmarkt wird Ozeanien folglich weiterhin nicht als der gewohnt starke Exporteur auftreten können. Das ABARE rechnet mit einer Zunahme der australischen Ausfuhren von Magermilchpulver um lediglich 0,9% auf 119.000 t, während 2005/06 noch 181.000 t auf dem Weltmarkt abgesetzt wurden. Bei Vollmilchpulver wird ein Plus von 2,3% auf 77.000 t und bei Käse von 1,5% auf 203.000 t vorhergesagt. Höhere Ausfuhren der USA und aus der Europäischen Union sollen 2008/09 zu einem Rückgang der durchschnittlichen Weltmarktpreise für Magermilchpulver um 13% auf USD 3.650,- pro t und für Vollmilchpulver um 6% auf USD 4.275,- pro t beitragen.Deutlich günstiger sind die Prognosen für die australischen Ackerbaubetriebe. Zwar erwarten die Fachleute des ABARE auch für Weizen einen Rückgang der Weltmarktpreise von den Höchstständen des Vorjahres. So schätzen die Australier die Notierung für US-Hartweizen (hard red winter wheat, fob Golf), einen wichtigen Indikatorpreis, auf durchschnittlich USD 320,- pro t in 2008/09 verglichen mit USD 362,- pro t im Vorjahr. Ausgehend von einer Ausweitung der Weizenfläche um 4% und einem günstigen Witterungsverlauf, könnte der australische Weizenexport um 108,6% auf 14,1 Mio. t klettern. Bei Gerste wird eine Zunahme der Ausfuhren um fast ein Viertel auf 4,6 Mio. t für wahrscheinlich gehalten. Die Ausfuhr von Rapssaat könnte um ein Drittel auf 805.000 t zunehmen.

Australische Agrarexporterlöse sollen um 12% steigen

Die Voraussagen des Rohstoffreports sind damit verhaltener als die in der vergangenen Woche ebenfalls vom ABARE vorgelegte Ernteschätzung. Diese betrifft nur den Agrarsektor und stützt sich auf die zuletzt verfügbaren Daten, während der Rohstoffreport umfassender und längerfristig angelegt ist und auch den Bergbausektor einbezieht. Insgesamt sollen die Exporterlöse der australischen Landwirtschaft demnach im Berichtsjahr um 12% auf umgerechnet EUR 18,5 Mrd. steigen.


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