Pflanzenschutzmittel: Reisecker will Wiener gerne aufklären

Nachdem LK-OÖ Präsident Franz Reisecker der Forderung „Schluss mit den Bienengiften!“ der Grünen EU-Kandidatin Sarah Wiener fachlich gekontert hatte, schrieb ihn diese einen „offenen Brief“ zurück. Anstatt erneut schriftlich zu reagieren, will Reisecker die Missverständnisse auf grüner Seite nun in einem persönlichen Gespräch aufklären.

Nach gegenseitigen Aussendungen möchte LK-Präsident Franz Reisecker der Grünen EU-Kandidatin das persönliche Gespräch anbieten. (Bildquelle: Werkbild/LK-OÖ)

Klar und unmissverständlich“ widersprach die LK Oberösterreich der Forderung der Grünen, wonach es für 2020 keine „Notfallzulassungen“ mehr geben solle. Österreichs Bauernkammern haben sich nach Abwägung der Risiken für eine begrenzte Zulassung von neonicotinoiden Beizmitteln für Zuckerrübensaatgut in der heurigen Anbausaison ausgesprochen. Nach dem Derbrüssler-Debakel im Jahr 2018 und demheurigen Verlust von 10.000 ha Anbaufläche müssen Maßnahmen getroffen werden um den heimischen Rübenanbau zu retten. Denn am Spiel stünde nicht nur die Zuckerrübenproduktion der Bäuerinnen und Bauern – und damit letztlich auch der Wiener Zucker – sondern vielmehr auch der vor- und nachgelagerte Wirtschaftssektor mit hunderten Beschäftigten und deren Familien.

Zudem errinnerte LK-Präsident Reisecker auch daran, dass von den 50 Pflanzenschutzmitteln, die 2018 eine Notfallzulassung erhalten hatten, 21 Produkte (= 42 %) für den Biolandbau notwendig waren. Heuer erhielten bis jetzt 30 Produkte eine Notfallzulassung – 13 davon für den Biolandbau.

Offener Brief von Wiener

Diesen klaren Aussagen versuchten die Grünen mittels „offenem Brief“ zu kontern. Darin versicherte Wiener „nicht gegen jede Art von Notfallzulassung“ zu sein. Insbesondere störe sie aber die Erwähnung der Notfallzulassungen im Biobereich. Denn ihrer Meinung nach wären „die Zulassungen auf die konventionelle Landwirtschaft und auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zugeschnitten“. Diese Verfahren seien aber für Bio „schlichtweg zu kompliziert und damit zu teuer. Daher müssen auf nationaler Ebene sogenannte „Notfallzulassungen“ erfolgen.“ Im Biobereich wären Notfallzulassungen sohin in erster Linie ein Symptom für ein nicht adäquates Zulassungssysteme, heißt es im Schreiben weiters.

Reisecker wird zum Gespräch einladen

Von top agrar auf den „offenen Brief“ angesprochen, zeigte sich Reisecker durchaus erfreut, dass sich Sarah Wiener offensichtlich für diese Materie interessiert, wiewohl er weiterhin Fehler in den Argumentationslinien der Grünen sieht. Insbesondere habe die österreichische Landwirtschaft andere topografische und klimatische Herausforderungen wie etwa Deutschland zu bewältigen.

Zudem gibt es Notfallzulasssungen rund um Österreich herum. Gerade auch als COPA-Vizepräsident weiß er aber sehr genau, wie es diesbezüglich in ganz Europa aussieht. Aber um mögliche Missverständnisse auf Grüner Seite endgültig aufzuklären wird Reisecker nun Sarah Wiener einen persönlichen Gesprächstermin anbieten.

Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

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