Pilotprojekt für Agrar-Einkommensversicherung startet voraussichtlich 2016

Aktuell können Landwirte in Österreich ihre Flächen gegen Schäden etwa durch Hagel, Frost, Dürre, Verschlämmung oder Insektenbefall beziehungsweise Tiere versichern. Anders als in den USA und Kanada können sich die Bauern hierzulande nicht gegen Preisschwankungen absichern - noch nicht.

Hagelschäden beim Mais

(Bildquelle: )

Denn wie der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, in einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt erzählt, wurde ein im Regierungsübereinkommen vorgesehenes Pilotprojekt für eine Ertrags- und Erlösentgangsversicherung für Landwirte nach US-Vorbild von seinem Unternehmen bereits fertig ausgearbeitet. Starten wird das Projekt 2016 bei 50 oder 60 buchführenden Betrieben, wenn die notwendigen finanziellen Mittel, wie im Regierungsübereinkommen vereinbart, zur Verfügung stehen, so Weinberger gegenüber der Zeitung. Laut APA werden Betriebe von der Landwirtschaftskammer ausgewählt, die mindestens 40 ha Weizenfläche bewirtschaften. 

Eine Versicherung gegen Preisschwankungen ist nur für börsennotierte landwirtschaftliche Kulturen wie etwa Mais, Getreide, Raps oder Soja möglich, weshalb vorerst Winterweichweizen als Testkultur für das Pilotprojekt herangezogen wird. Durch die Einkommensversicherung ergibt sich für die Betriebe aber zusätzlicher administrativer Aufwand. Es braucht exakte Ertragsaufzeichnungen, also pro Feldstück auf 100 kg genau, erklärt Weinberger in dem Interview. Zusätzlich sei Aufklärungsarbeit über die Preisbildung nötig, die in den USA über Future-Kontrakte erfolge. 

Ob es für dieses Versicherungssystem Zuschüsse aus öffentlicher Hand geben soll, werde das Pilotprojekt zeigen, so der Vorstandsvorsitzende. Aktuell steuern in Österreich Katastrophenfonds und Länder 50% (jeweils 25%) der Versicherungsprämie gegen Schäden durch Frost und Hagel bei. Für die restlichen Risiken wie Dürre, Auswuchs, Verschlämmung usw. zahlt der Landwirt den vollen Betrag. (AIZ)


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