Pröll: "Ausgleichszahlungen müssen bleiben"

Landwirtschaftsminister Josef Pröll sieht noch nicht die Zeit gekommen, in der die Bauern ohne Förderungen auskommen können. Daran änderten auch die steigenden Lebensmittelpreise sowie das neue Standbein Energieproduktion nichts, so der Minister kürzlich in einem Radio-Interview.

"Wir brauchen auch in Zukunft ein Ausgleichszahlungs-System in der EU, wenn wir wollen, dass es bäuerlich-familiäre Landwirtschaft in Europa und in Österreich gibt. Deshalb nehme ich diese Diskussion an und höre zu. Aber wir werden uns klar und deutlich positionieren, dass wir zwar über Eckpunkte diskutieren können, aber im Zentrum müssen auch in Zukunft Ausgleichszahlungen stehen, sagte Pröll laut AIZ.Die jüngsten Preissteigerungen bei Agrarprodukten seien notwendig, er sehe aber noch keinen Grund, deshalb die Förderungen zu senken. Die Erzeugerpreise waren über Jahre und Jahrzehnte viel zu tief, das ist der Punkt. Deswegen haben wir Ausgleichszahlungen gebraucht und brauchen sie noch eine Zeit lang, hielt der Minister fest. Im Jahr 2008 werde ein Health Check" der EU-Agrarförderungspolitik durchgeführt, wobei auch Vorschläge für eventuelle Änderungen gemacht würden. Diese will sich Pröll anhören, er stellte aber klar: Aus meiner Sicht ist das europäische Agrarmodell nicht krank, deshalb brauchen wir auch keinen Gesundheits-Check oder gar eine Totalreform."Das Modell von 2003 gelte noch bis 2013, verhandlungsbereit sei er nur bei Details. So könnte mehr Geld in die ländliche Entwicklung, für Umweltprogramme, für benachteiligte Gebiete und Investitionsoffensiven umgeschichtet werden. Es dürfe aber kein Geld für den ländlichen Raum und die Bäuerinnen und Bauern verloren gehen. Die Kritik, dass durch den vermehrten Anbau von Pflanzen für Biotreibstoffe zuviel Flächen für Lebensmittelerzeugung verloren gingen, wies Pröll ausdrücklich zurück.


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