Pröll: „Wir brauchen den Wolf nicht“

„Der Wolf hat in Niederösterreich keinen Platz. Die Meinung des Landesjagdverbandes ist klar: Wir brauchen den Wolf nicht.“ Dies sagte Landesjägermeister Josef Pröll beim Landesjägertag in Tulln. Er fordert Maßnahem, die rechtzeitig eine Regulierung des Wolfsbestandes ermöglichen.

Landesjägermeister Josef Pröll will nicht nur gegen Wölfe vorgehen. Er will künftig auch dafür sorgen, dass nicht Tierrechts-Aktivisten die öffentliche Debatte einseitig beherrschen und so versuchen, die Politik vor sich herzutreiben. (Bildquelle: Michal / NOELJV )

Die Diskussion um den Wolf sei bestimmendes Thema des Jahres 2017 gewesen. Der Niederösterreichische Landesjagdverband habe in Reaktion eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Landwirtschaftskammer, Jagd und Land NÖ eingerichtet, um Strategien zum Umgang mit den Wölfen zu erarbeiten. Ziel sei letztlich eine Anpassung der FFH Richtlinie.

Schultes: Brauchen Diskussionsprozess auf EU-Ebene"

Unterstützung bekommt Pröll von LK-Präsident Hermann Schultes. Dieser sagte heute bei der Vollversammlung der LK NÖ: „Ausgehend von einer einheitlichen österreichischen Strategie muss Österreich in einen Diskussionsprozess auf europäischer Ebene eintreten. Ziel muss es sein, nationale Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten, die es ermöglichen Einwohner vor der Gefährdung durch Wölfe bestmöglich zu schützen.“
 
Die Jägerschaft Niederösterreich will sich laut Pröll künftig offensiver an der gesellschaftspolitischen Diskussion rund um Umwelt-, Natur- und Tierschutz beteiligen und hier auch klarer als bisher Position beziehen. Denn es sei demokratiepolitisch auf Dauer schwer erklärbar, dass eine radikale Minderheit von Tierrechts-Aktivisten die öffentliche Debatte einseitig beherrsche und so versuche, die Politik vor sich herzutreiben. Pröll: „Es ist an der Zeit, dass hier wieder Ausgewogenheit herrscht.“
 
Pröll weiter: „Mit über 35.000 Mitgliedern allein in Niederösterreich sind wir eine kompetente Stimme, die ein Recht darauf hat, gehört zu werden und dieses Recht wollen wir auch in Anspruch nehmen.“

"...abgesehen von einigen gerissenen Weidetieren"

Genauso eine selbst ernannte Tierrechts-Organisation meldet sich heute in einer Reaktion auf Prölls Aussagen zu Wort. In der Aussendung heißt es u.a.: Der Neffe des „schwarzen Paten“ von NÖ, Erwin Pröll habe sich zum Thema Wolf zu Wort gemeldet. Weiter heißt es, dessen Aussagen würden für Unverständnis in der „Normal“-Bevölkerung sorgen. Wörtlich steht da: Wo bitte, abgesehen von einigen gerissenen Weidetieren, leidet die Landwirtschaft unter der Wolfspopulation? Ist es nicht vielleicht eher so, daß Wölfe für den Tourismus ein (weiteres) Zugpferd darstellen und vielleicht auch gegen die – jägergemachte - Überpopulation der Rehe und Wildschweine helfen könnten?"

top agrar meint: Das Ziel Josef Prölls, angesichts solcher Aussagen für mehr Ausgewogenheit in der öffentlichen Debatte zu sorgen, ist mehr als verständlich.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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