Lebensmittelauslobung

Rechnungshof gegen Zeichen-Dschungel

Im Rechnungshofausschuss des Nationalrates wurde der Bericht betreffend Koordinierung von Qualitätszeichen im Lebensmittelbereich diskutiert. Die obersten staatlichen Rechnungsprüfer kritisieren darin den Wildwuchs von Gütesiegeln.

Dutzende Zeichen und Siegel auf den Lebensmittelverpackungen verwirren die Konsumenten. Manche erfüllen nicht mal die Mindestanforderungen der gesetzlichen Kennzeichnungsverpflichtungen. (Bildquelle: Symbolbild/Greenpeace)

"Österreichweit gibt es mehr als 100 Qualitätssiegel, doch das AMA-Gütesiegel ist eines der wenigen, das gesetzlich geregelt ist und auch kontrolliert wird. Vor allem private Initiativen unterliegen keinen transparenten Kontrollen und Prüfungen", kritisierte der ÖVP-Rechnungshofsprecher Hermann Gahr die Intransparenz bei Qualitätssiegeln in Österreich.

Gerade für die Konsumenten sei es kaum möglich zu überprüfen, unter welchen Voraussetzungen diese Zeichen überhaupt vergeben werden. Das öffne Tür und Tor für Konsumententäuschung, so Gahr. Der Rechnungshof fordert daher zu Recht einheitliche Standards und verbindliche Mindestanforderungen. Den Konsumenten werden mit schönen Aufklebern und verwirrenden Siegeln Qualität und Transparenz vorgetäuscht, doch in Wirklichkeit wissen nur die privaten Betreiber, warum gewisse Produkte ein Siegel bekommen.

Rechnungshof gibt Verbesserungsanleitung

30 Schlussempfehlungen kamen vom Rechnungshof nach dem Prüfbericht, wonach besonders an der Transparenz und an Mindeststandards von Qualitätszeichen gearbeitet werden muss. Besonders kritisiert wurde die Irreführung von Konsumenten, weshalb das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Schwerpunktaktionen zum Thema Irreführung durch freiwillige private Qualitätszeichen in den nationalen Kontrollplan aufnehmen sollte.

"Derzeit gibt es bei der Lebensmittelverpackung keine Standards, so können Konsumenten durch Aufkleber und Fantasie-Siegel leicht in die Irre geführt werden. Nur das AMA-Gütesiegel sowie das AMA-Biosiegel und auf europäischer Ebene die "geschützte Ursprungsbezeichnung", die "geschützte geografische Angabe", die "garantiert traditionelle Spezialität" sowie das EU-Bio-Logo unterliegen strengen Kriterien und werden auch dementsprechend geprüft. Vor allem private Siegel dienen wohl hauptsächlich der Dekoration auf der Verpackung, Qualität und Transparenz sucht man meist vergebens", führte Gahr aus.

Mindestanforderungen bei Kennzeichnung nötig

"Mit dem Kauf eines AMA-Gütesiegel-Produktes kann man sich sicher sein, das dieses aus Österreich stammt und die staatlichen Qualitätskriterien erfüllt. Um den Konsumenten einen besseren Durchblick im Gütesiegel-Dschungel zu geben, braucht es eine transparente Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsverpflegung. Wie der Rechnungshofbericht eindrucksvoll darlegt, fehlen bei den meisten Qualitätszeichen Mindestanforderungen. Mit einer transparenten Herkunftskennzeichnung bringt man Licht ins Dunkel", unterstrich ÖVP-Mandatar Gahr.


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