Reisecker: „Trinkwassertest der AK ist hochgradig unseriös“

Die heute veröffentlichten Ergebnisse eines Trinwassertests der AK in Oberösterreich stoßen bei der Landwirtschaftskammer auf Unverständnis. Die AK bemängelt in dem Test, dass jede 5. der insgesamt 572 abgegebenen Trinkwasser-Proben Nitrat-Werte über dem gesetzlichen Höchstwert von 50 mg/l aufwies. Die LK hält dem entgegen, dass die Tests nur in einigen ausgewählten Problemgemeinden durchgeführt wurden.

In einzelnen OÖ Gemeinden lag jede 2. Probe über dem Grenzwert, so die Arbeiterkammer. (Bildquelle: pixabay.com/tvjoern )

Die Nitrat-Tests wurden vom Konsumentenschutz der AK Oberösterreich im April 2018 in Gemeinden mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung angeboten. Die Ursache für die Nitratbelastung des Trinkwassers ist Überdüngung in der Landwirtschaft. Das belegt ein ergänzender Pestizidtest, heißt es in dem Bericht der Arbeiterkammer. Sie fordert, Agrarförderungen an einen strengeren Grundwasserschutz zu knüpfen. Mehr dazu hier.
 
LK OÖ-Präsident Franz Reisecker sagt dazu in einer Aussendung: „Aus den wenigen Tests nur in Problemgebieten abzuleiten, dass das Grundwasser in weiten Teilen Oberösterreichs belastet sei, ist hochgradig unseriös und entspricht in keinster Weise der tatsächlichen Situation, wie die offiziellen Messergebnisse des Landes OÖ bestätigen.“
 
Zudem arbeite die Arbeiterkammer bei ihren Trinkwassertests mit Schnelltestverfahren, sodass es sich bei den Ergebnissen um keinen exakten Laborwert handele. Bei der Interpretation von Einzelergebnissen muss auch die jeweilige Brunnenanlage einer Überprüfung unterzogen werden, da hier auch punktuelle Einträge ins Grundwasser durch undichte Senkgruben oder Kanäle die Ursache sein können.
 
Grundwasservorsorgemaßnahmen zeigen nachhaltige Erfolge
 
Die vom Land Oberösterreich, von der Landwirtschaftskammer und vor allem von den Bäuerinnen und Bauern selbst gesetzten Maßnahmen in der Grundwasservorsorge zeigten überwiegend nachvollziehbare Erfolge.

„So konnten die Nitratwerte in den ursprünglichen Problem-Grundwasserkörpern der Welser Heide, des Eferdinger Beckens, des Machlandes und des unteren Ennstales seit den 90-er Jahren mittlerweile nachhaltig auf unter 30 mg/l gesenkt werden“, so Reisecker. Lediglich im Grundwasserkörper der Traun-Enns-Platte habe trotz der umfangreichen Vorsorgemaßnahmen in der Landwirtschaft (wie zB Begrünungsanbau, Einhaltung von Düngeverbotszeiträumen, Düngeobergrenzen usw.) noch keine nachhaltige Senkung der Nitratwerte erreicht werden können.
 
Aber auch hier stelle sich die Situation zumindest stabil dar. Im Bereich des Eferdinger Beckens würden die offiziellen Messwerte des Landes OÖ laut Gewässerzustandsüberwachungsverordnung deutlich unter 30 Milligramm Nitrat pro Liter liegen. „Diese Entwicklung bestätigt die Wirksamkeit und den Erfolg der bisher gesetzten Maßnahmen. Als Landwirtschaftskammer arbeiten wir gemeinsam mit dem Land OÖ und vor allem den betroffenen Bäuerinnen und Bauern intensiv daran, auch in den verbliebenen Problembereichen entsprechende Verbesserungen der Grundwassergüte zu erreichen“, betont Präsident Reisecker abschließend

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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