Saatgutverordnung neu: Nur für professionellen Handel

Die EU-Kommission stellte nun klar, dass die neue Saatgutverordnung in erster Linie professionelle Saatguterzeuger betreffe. Für alte Sorten würde es schwächere Regelungen geben.

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„Wenn die Saatgut-Verordung kommt wie geplant, kann ich zusperren“, erklärt der burgenländische Tomatenkaiser Erich Stekovics gegenüber dem Kurier. Er hat 3200 Paradeiser-Sorten im Sortiment, nur für 20 bis 30 hat er eine Zulassung. Die Zulassung einer Sorte koste 1000 €, so Stekovics. Nach seiner Meinung wäre die geplante Verordnung das Ende der Sortenvielfalt. Der kleinstrukturierten Landwirtschaft würde der Hahn zugedreht werden. Der selben Meinung ist auch Mag. Maria Lackner von der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich. „Es geht nicht nur um die kulinarische Vielfalt, alte Sorten sind auch für die Biodiversität unerlässlich“, so Lackner in einer Aussendung.
 
EU-Kommission nimmt zu Vorwürfen Stellung

Aus Transparenzgründen müsse dieses Saatgut laut EU-Kommission zwar auch registriert werden, allerdings in einfacher Form. Geschehen soll dies auf der Grundlage von historischen Daten und praktischer Erfahrung. Tests seien nicht vorgesehen. Die neuen Regeln würden ausschließlich für professionelle Akteure, wie beispielsweise Landwirte oder Gartenbaubetriebe, die pflanzliches Saatgut erzeugen, gelten.

Laut der Kommission können Privatgärtner auch in Zukunft ihr Saatgut wie bisher verwenden. Für Kleinstunternehmen werde es Ausnahmen geben, um für sie die administrativen Hürden und Kosten zu minimieren. Die Anforderungen bezüglich Kennzeichnung und Verpackung seien gering, erklärt die EU-Kommission in einer Aussendung. Die Annahme des Gesetzespakets zur Tier- und Pflanzengesundheit ist für den 06.Mai geplant.

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Weninger Lukas

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