Salmonellenbefunde in Brasilien verheimlicht

Auch Salmonellenbefunde wurden in Produkten des brasilianischen Konzerns BRF-Brasil verheimlicht, erklärt die LK Oberösterreich. Vor einem Jahr wurde hier bekanntlich der Gammelfleischskandal aufgedeckt. Die Europäische Union plant daher, einer noch nicht genau bekannten Anzahl an brasilianischen Fleischverarbeitern den Zugang zum Binnenmarkt zu entziehen.

Rindfleisch-Importe aus den Mercosur-Ländern sind auch aus Gründen des Klimaschutzes äußerst schädlich, so die LK OÖ. (Bildquelle: pixabay.com )

„Die fehlende Nahrungsmittelsicherheit in Brasilien macht wieder einmal klar, dass die hohen Standards unserer Lebensmittel durch weitere Importe aus Südamerika gefährdet sind. Eine weitere Öffnung des Lebensmittelmarktes im Zuge des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten ist daher strikt abzulehnen“, stellt Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, klar.

Fünf Labors verheimlichten Salmonellenbefunde

Wie das Landwirtschaftsministerium in Brasilia bekannt gegeben hat, wurden in insgesamt fünf Prüflabors Salmonellenbefunde in Produkten des Fleischgiganten BRF-Brasil verheimlicht, so die LK Oberösterreich. Dadurch sei der vor rund einem Jahr bekannt gewordene Skandal um in den Handel gelangtes Gammelfleisch aus Brasilien um eine Facette reicher. Auch wenn in der Zwischenzeit neue Regelungen im Bereich der Lebensmittelhygiene umgesetzt wurden, nähre dieser Vorfall die Zweifel an der Sicherheit brasilianischer Lebensmittel.

„Österreich weist strenge Anforderungen im Bereich der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln auf. Unserer Bäuerinnen und Bauern erreichen dadurch ein auch im europäischen Vergleich sehr hohes Qualitätsniveau. Wie die jetzt bekannt gewordenen weiteren Probleme mit Gammelfleisch klar vor Augen führen, gefährden vermehrte Importe aus den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay diese hohe Lebensmittelqualität“, führt Präsident Reisecker aus.
 
Freihandel mit Mercosur würde agrarische Märkte zusätzlich belasten

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich wehrt sich vehement gegen die von der Europäischen Kommission in die Verhandlung eingebrachten Freihandels-Kontingente für Rindfleisch, Geflügelfleisch, Zucker und Ethanol. „Durch den Brexit befinden sich die europäischen Landwirte bereits in einer heiklen Situation. Einerseits werden die Beiträge Großbritanniens im gemeinsamen Haushalt fehlen, andererseits könnte mit dem britischen Markt auch ein großer Lebensmittelimporteur wegfallen. Falls es zu Handelseinschränkungen in Folge des Brexits kommen sollte, werden die europäischen Bäuerinnen und Bauern darunter leiden. In dieser Situation sind weitere Einkommenseinbußen, die durch billige Importe aus den Mercosur-Ländern drohen, nicht hinzunehmen“, erläutert Reisecker.
 
Protestbrief an Kommissarin Malmström

Auch aus Gründen des Klimaschutzes sind vermehrte Rindfleisch-Importe aus den Mercosur-Ländern äußerst schädlich. Laut einer Studie der EU-Kommission fällt die Klimabilanz bei brasilianischem Rindfleisch um bis zu viermal schlechter aus als bei Fleisch von heimischen Tieren. Die Bedenken rund um das geplante Freihandelsabkommen wurden daher seitens der Landwirtschaftskammer Österreich in Form eines Briefes auch direkt an die EU-Kommissarin für Handel, Cecilia Malmström, herangetragen.

„Es muss sichergestellt sein, dass auch importierte Lebensmittel denselben Qualitätsanforderungen entsprechen wie unsere heimischen Lebensmittel. Ansonsten kommen nicht nur unsere Bäuerinnen und Bauern unter unfairen Wettbewerbsdruck, sondern es verlieren unterm Strich auch die europäischen Konsumentinnen und Konsumenten“, fasst Reisecker die Bedenken der Landwirtschaftskammer zusammen.

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Torsten Altmann

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