Neue Verordnung

Salzburg ermöglicht Entnahme von Problemwölfen

Die Entnahme von Problemwölfen ist in Salzburg nun durch eine Verordnung gemäß Jagdgesetz möglich. Darauf einigten sich die Koalitionspartner der Salzburger Landesregierung.

"Wir haben Respekt vor der Diversität und Artenvielfalt der Tierwelt, aber auch großes Verständnis für die Probleme der Bauern auf den Almen, sodass wir in der Regierung Instrumente entwickeln, die beide Interessen unter einen Hut bringen", teilen Landeshauptmann Wilfried Haslauer, sein Stellvertreter Heinrich Schellhorn und der ressortzuständige Landesrat Josef Schwaiger mit.

Entnahme des Wolfes innerhalb von vier Wochen

Das bisherige Bescheidverfahren wird nun von einer Maßnahmenverordnung abgelöst. Die für die Feststellung eines Problemwolfs nötigen Voraussetzungen werden in der Verordnung klar festgelegt. Beim Auftreten eines Verdachtsfalles wird zunächst eine Rissbegutachtung durchgeführt und umgehend eine DNA-Analyse veranlasst. Danach ist zu klären, ob der Beutegreifer Herdenschutzmaßnahmen entweder überwunden hat oder diese "nicht zumutbar, nicht geeignet oder mit einem unverhältnismäßigen Kostenaufwand verbunden" waren.

Das Entnahmegebiet sowie der Riss sind sachverständig zu beurteilen und festzulegen. Danach hat die Entnahme des Problemwolfs innerhalb von vier Wochen zu erfolgen. Nach einem neuerlichen Rissvorfall beginnt diese Frist erneut zu laufen - der entsprechende Zeitraum wird laufend auf der Homepage des Landes aktualisiert. Für die Unterstützung der Landwirte nach erfolgten Rissen wird das Notfallteam des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs für die Durchführung von vorübergehenden Herdenschutzmaßnahmen angefordert.

Demgemäß wird für zwei Wildregionen im Pinzgau und eine im Pongau das Verfahren für die Erlassung einer entsprechenden Maßnahmenverordnung eingeleitet. "Mir ist wichtig, diese für den ländlichen Raum wichtige Problematik gemeinsam und einvernehmlich einer Lösung für die Betroffenen zuzuführen, die aber gleichzeitig auch rechtlich hält und in der Praxis umgesetzt werden kann", schloss Haslauer.

Quehenberger: Hoffnung für die Bauern

"Für uns geht damit die jahrelange Forderung in Erfüllung, das Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Für die Salzburger Bäuerinnen und Bauern ist dies ein echter Lichtblick. Damit wird auch ein Zeichen gesetzt, dass uns die Almwirtschaft im Bundesland wichtig ist und sie auch in Zukunft erhalten werden soll", so der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Rupert Quehenberger, in einer ersten Reaktion.

Zur neuen Vorgehensweise anhand eines Kriterienkataloges anstelle eines Bescheides, dessen Ausstellung zuletzt monatelang gedauert hat, erklärt Quehenberger: "Nun muss sich zeigen, ob dieses Verfahren auch in der Praxis funktioniert. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass dies ein gangbarer Weg zwischen dem Schutz der Natur und unserer Nutztiere ist."


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