Folgen des „Tiroler Kuh-Urteils“

Salzburger Bauern sperrten Almdurchgang

Nach dem Höchstgerichtsurteil zur Kuhattacke in Tirol haben zwei Landwirte den Weg über ihre Alm nun gesperrt. Die nachvollziehbare Begründung: Als Mutterkuhhalter kann die Sicherheit von Wanderern einfach nicht gewährleistet werden. Zudem gab es kürzlich einen gefährlichen Zwischenfall auf dieser Alm.

Erst wenn rechtlich garantiert ist, dass sie nicht haftbar sind, wollen die Almbesitzer das errichtet Tor wieder abbauen. (Bildquelle: screenshot/orf.at)

Der Weg im Nationalpark Hohe Tauern über die große Rohrmoosalm im Krumltal ist seit einigen Tagen mit einem hohen Holztor versperrt. „Privatweg - Durchgang ausnahmslos verboten!“, steht auf der am Tor angebrachten Informationstafel. Mit Hinweis auf das „Kuh-Urteil“ des Obersten Gerichtshofes (OGH) und der damaligen Verurteilung des Kuhhalters zu Schadenersatz und lebenslangen Renten für zwei hinterbliebene Familienmitglieder, sei man faktisch zu dieser Maßnahme gezwungen gewesen.

Scharfer Protest des Alpenvereins

Die vorgenommene „Wegsperre sei willkürlich und widerspreche der gesetzlich verankerten Wegefreiheit“, argumentiert der Salzburger Alpenvereins. Dieser sieht die Sperre auch als „massiven Angriff auf die Wegefreiheit. Wenn dieser nicht abgewehrt wird, könnte das zu einem Präzedenzfall werden“, beklagt die Vereinsvorsitzende gegenüber dem ORF Salzburg.

Um den Almweg weiter nutzen zu können und einen möglichen Präzedenzfall abzuwehren, hat der Alpenverein auch die Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) um Hilfe angefragt. Die Ministerin will im gegenständlichen Fall laut einem Sprecher vermitteln, stellte in einer Aussendung – bezüglich einer anderen Unsitte auf den Almen (der sogenannten „TikTok-Challenge“ wo Wanderer bewusst Kühe erschrecken und Eltern, die ihre Kinder auf Kühe zum Reiten setzen – einmal mehr klar, dass „Almen keine Streichelzoos oder Abenteuerspielplätze“ sind. Auch der Bürhgermeister der Gemeinde Rauris will in dem Fall vermitteln.

Bereits gefährlicher Vorfall mit Urlaubern

Der Entschluss des Landwirte dürfte aber nicht nur im „Kuh-Urteil“ begründet sein. Vielmehr hat es auch einen Vorfall auf der Alm gegeben, berichtet einer der beiden Almbesitzer. So hatten Urlauber ein Kind auf ein Kalb gesetzt und die Kuh wollte ihr Kalb umgehend verteidigen. Die Geschichte ging glimpflich aus, bestärkte die Almbesitzer aber in ihrem Entschluss, den Durchgang zu sperren.

 

 

 

 


Diskussionen zum Artikel

von Franz Schwab

von Franz Schwab

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen