Schrattenecker: Erneut insolvent, Produktion soll unter BISO weiterlaufen

Endgültig gescheitert ist das Sanierungsverfahren der insolventen BISO Schrattenecker GmbH. Über das Nachfolge-Unternehmen FS Agrartech GmbH wurde gestern ein Konkursverfahren am Landesgericht Ried eröffnet. Rund 490 Gläubiger und 22 Mitarbeiter sind betroffen, berichten die Gläubigerschutzverbände Creditreform, KSV1870 und AKV. Passiva von 68,4 Mio. Euro stehen Aktiva von 1,7 Mio. Euro gegenüber. Das Unternehmen soll nun liquidiert werden. Die Landmaschinen-Produktion soll unter dem Namen "BISO GmbH" weiterlaufen.

Flaggschiff der BISO-Erntevorsätze ist das in Leichtbauweise gefertigte Universalschneidwerk Ultralight 800. (Foto: Werkbild) (Bildquelle: )

Für die inzwischen in FS Agrartech GmbH umbenannte Firma sei ein internationaler Partner gesucht und laut Konkursantrag in einem der Geheimhaltungspflicht unterliegenden deutschen Betrieb gefunden worden. Einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung habe aber der deutsche Partner, eine der größten deutschen Agrar- und Dienstleistungsgenossenschaften, abgesagt. Daraufhin habe die finanzierende Hausbank die Unterstützung eingestellt. Damit trat die Zahlungsunfähigkeit ein und der Weg zum Konkursgericht musste beschritten werden.

Wegen mangelnder Liquidität besteht keine Möglichkeit zur Fortführung des Unternehmens. Von der Insolvenz sind 22 noch angestellte Mitarbeiter sowie rund 490 Gläubiger – unter ihnen auch etwa 80 ehemalige Dienstnehmer – betroffen. Der KSV rechnet mit einer baldigen Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens zur Abwicklung: „Die größte Insolvenz in diesem Jahr in Österreich in Bezug auf die Höhe der Gesamtschulden“, heißt es in seiner Aussendung.

Das Unternehmen wurde 1992 im oö. Ort im Innkreis gegründet und beschäftigt sich mit der Erzeugung, Handel und Reparatur von Landmaschinen sowie Objektvermietung. Es gibt diverse Tochterfirmen in Mittel- und Osteuropa. 2015 wurde – nach der ersten Insolvenz mit Passiva von 55 Mio. € und 375 Gläubigern – ein Sanierungsverfahren mit einer Quote von 20 % eröffnet. Die ersten beiden Raten zu je 5 % konnten bezahlt werden. Die letzte, die Anfang Oktober 2017 fällig wäre, kann nun nicht mehr erfüllt werden.

Landmaschinen-Produktion bleibt unter neuem Namen BISO GmbH" aufrecht

Fast zugleich mit der gestern bekannt gewordenen Insolvenz informierte die BISO GmbH, aus der der Nachname des Firmengründers Franz Schrattenecker verschwunden ist, in einer Aussendung über deren weitere Vorgehensweise.

Per Jänner 2017 übernimmt die BISO GmbH folgende Agenden bzw. Geschäftsfelder:

  • Produktion / Vertrieb BISO Produkte: Dazu gehören Erntevorsätze, Schneidwerkwagen, Strohhäcksler, Bodenbearbeitungsgeräte und eine Muldenkipper-Serie.
  • Forschung & Entwicklung für
    BISO
    CNHindustrial/BISO
    SDF/BISO
  • Beteiligungen

In den letzten Jahren seien laut der BISO GmbH enorme Anstrengungen in Forschung und Entwicklung unternommen worden. Die daraus zu erwartenden Produkte würden nunmehr im Laufe 2017 und 2018 zur Marktreife und -einführung gebracht. Einen ausgezeichneten Auftragseingang in der Produktion konnte BISO eigenen Angaben zufolge in letzter Zeit verzeichnen. So sollen bereits jetzt 70 % der Jahresplanung mit Aufträgen abgedeckt sein. Dies spreche für die Marke BISO im heiß umkämpften Landtechnikmarkt.

Das Landtechnik Handelsunternehmen FS Agrartech GmbH werde nach nicht nachvollziehbaren Manövern seitens eines der größten deutschen Handelshäuser" der Liquidation zugeführt, wie Josef Eichberger, Verkaufsleiter der BISO GmbH in der Aussendung mitteilt. In Zukunft stehe die Marke BISO ausschließlich für innovative, qualitativ hochwertige Eigenprodukte.

Informationen zu den Produkten der BISO GmbH erhalten Sie unter www.biso.at

Artikel geschrieben von

Weninger Lukas

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