Bauernbund NÖ startet Wahlkampf

"Setzen uns für steuerliche und abgabenseitige Entlastung ein"

Für eine steuerliche und abgabenseitige Entlastung der bäuerlichen Familienbetriebe einsetzen wollen sich der LK NÖ Präsident Johannes Schmuckenschlager und NÖ Bauernbund-Direktor Paul Nemecek. Mit dem Spitzenkandidaten Johannes Schmuckenschlager und seinem Team sei der Bauernbund bestens für die LK-Wahl NÖ am 1. März aufgestellt, um wieder als bestimmende Kraft im Land bestätigt zu werden, bekräftigte Nemecek in einer Aussendung.

Nemecek, Schmuckenschlager

Bei der letzten LK-Wahl 2015 hatte der NÖ Bauernbund 83,72 Prozent der Stimmen und 30 Sitze in der Vollversammlung erreicht. Paul Nemecek und Johannens Schmuckenschlager (r.) wollen auch diesmal die "stärkste Kraft für die Bauern und das Land bleiben." (Bildquelle: NÖ Bauernbund/Erich Marschik)

„Wir brauchen eine schlagkräftige und serviceorientierte Interessensvertretung, um die Anliegen der Bauern sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene bestmöglich durchsetzen zu können. Und wir brauchen eine Landwirtschaftskammer, die als stabile Säule stark und zeitgemäß unsere Themen nach außen vertritt“, betonte der Spitzenkandidat des NÖ Bauernbundes für die Kammerwahl, Johannes Schmuckenschlager, Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer: „Uns geht es darum, die großen Themen wie Klimakrise, Neuausrichtung der GAP, die Absicherung unserer Familienbetriebe und den Dialog mit der Gesellschaft aktiv anzugehen. Dafür sind fachkundige Funktionäre gefragt, die sich intensiv und sachlich mit agrarpolitischen Themen auseinandersetzen und die Anliegen ihrer Berufskollegen mit Nachdruck vertreten", bekräftigte der Spitzenkandidat.

Wahlziel sei, so Schmuckenschlager, „weiterhin der starke Bund für die niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern und den gesamten ländlichen Raum zu sein sowie landes- und bundesweit die durchsetzungsstärkste politische Kraft für die Bauern zu bleiben.“

Ausgleich für um 10 % gesunkene Einnahmen

„Ein starker Bund zahlt sich aus: Wir haben lange und intensiv mit der Bundesregierung verhandelt, um Entlastungen für die Bäuerinnen und Bauern zu erreichen. Und es hat sich bezahlt gemacht, vor wenigen Tagen hat die Bundesregierung ein umfassendes Entlastungspaket vorgestellt. Und wir kämpfen intensiv um ein faires europäisches Agrarprogramm, ohne Kürzungen für unsere Familienbetriebe. Ich bin überzeugt, dass sich das auch bezahlt machen wird, aber dafür braucht es eine starke Vertretung und einen starken Bauernbund“, verwies Nemecek in diesem Zusammenhang auf das – durch aktives Mitwirken des Bauernbunds – im Regierungsprogramm verankerte Entlastungspaket, dass 2021 in Kraft treten soll und im Bereich Sozialversicherung und Steuern 120 Millionen Euro umfassen wird. Gerade auch, weil durch Missernten und volatile Märkte die Einkünfte in der Land- und Forstwirtschaft erneut um 10 Prozent gesunken sind.

Fast 1600 Kandidaten

„Insgesamt hat der Niederösterreichische Bauernbund 1581 Kandidatinnen und Kandidaten nominiert – das sind ungefähr genauso viele Leute, wie Spitz an der Donau Einwohner hat. Oder anders formuliert - das sind drei Kandidaten aus jeder Gemeinde Niederösterreichs. Sie sind die Spiegel der gesamten Bandbreite einer familiengeführten Landwirtschaft und direkte und verlässliche Ansprechpartner vor Ort, ganz nach unserem Verständnis ‚Einig-Stark-Verbunden’“, so Direktor Nemecek.

Auf Bezirksebene tritt der Bauernbund mit frisch formierten Teams an, rund 40 Prozent der Kandidaten sind neu und stellen sich zum ersten Mal einer Kammerwahl. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 43 Jahren, das der Kandidaten auf Landesebene bei 41 Jahren. Der jüngste Kandidat auf Bezirksebene ist 18 Jahre, der Älteste 71 Jahre alt.

12 Punkte-Programm

Besonderes Augenmerk legt Schmuckenschlager auf die Themenführerschaft in agrar- und gesellschaftspolitischen Fragen. „Wir brauchen den intensiven Dialog mit der Gesellschaft, um den notwendigen Rückhalt zur Absicherung der bäuerlichen Familienbetriebe zu erreichen“, verwies Schmuckenschlager auf den „Zukunftsplan 2020-2025“, der in zwölf Punkten die wesentlichen Arbeitsziele von Bauernbund und Landwirtschaftskammer umfasst. Ein „zentraler Arbeitsschwerpunkt“ ist der Klima- und Umweltschutz, inklusive der Sicherstellung der Ernährungs- und Versorgungsicherheit, der Verfügbarkeit von Wasser und einer Klimaeffizienz über die Kohlendioxid-Bindung durch Felder und Wälder sowie nachwachsende Rohstoffe und Bio-Energie.

Konfrontiert sieht Schmuckenschlager die heimischen Bäuerinnen und Bauern auch mit Begehren aller Art – vom Tierschutz, Artenschutz bis zu den völlig neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die etwa durch den Brexit und eine neu zu verhandelnde GAP-Reform entstehen. „Unsere Bäuerinnen und Bauern nehmen tagtäglich eine immense Verantwortung für die Versorgung und Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger wahr. Umso wichtiger ist eine starke Stimme der bäuerlichen Interessensvertretung, zumal die bäuerliche Bevölkerung nur mehr vier Prozent der Bevölkerung ausmacht, aber 100 Prozent der Bevölkerung mit hochqualitativen Lebensmitteln und erneuerbaren Energien versorgt“, so Schmuckenschlager.

"Budget für Ausgleichszahlungen soll nicht schrumpfen"

Thema sind natürlich auch die Agrar-Ausgleichszahlungen. Hier will der Bauernbund mit der Kammer etwa dafür sorgen, dass das Budget auf EU-Ebene trotz eines Sparkurses auch in Zukunft nicht schrumpft. „Das gibt es in keiner Branche, dass man Mittel kürzt und trotzdem die gleichen Leistungen erwartet“, betonte Schmuckenschlager. Durchsetzen will sich die Landwirtschaftskammer in den nächsten Jahren auch bei weiteren Forderungen. Unter anderem will sie eine lückenlose Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung in Großküchen und einen stärkeren Fokus auf Biomasse. Ein Schwerpunkt ist außerdem die Digitalisierung der Land- und Forstwirtschaft – etwa, wenn es um Drohnen im Ackerbau geht.


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