Skandal um falsch deklarierte Eier

In einem oststeirischen Eierhandels-Betrieb sollen Eier aus Ungarn durch falsche Deklaration als "steirische Frischeier" verkauft worden sein. Derzeit ermitteln in dieser Sache die Staatsanwaltschaft Graz und das Landeskriminalamt Steiermark auf der Spur. Das meldet die Kleine Zeitung.

Eier aus ungarischer Käfighaltung soll ein oststeirischer Eierhändler falsch deklariert haben. Foto: Fotolia

Eier aus ungarischer Käfighaltung soll ein oststeirischer Eierhändler falsch deklariert haben. Foto: Fotolia (Bildquelle: )

Neben Prüfern der Agrarmarkt-Austria (AMA), dessen Gütesiegel ein Teil der Produkte der Firma zierte, interessiere sich auch die Umweltgruppe des LKA Steiermark für den Fall. Mehrere Hausdurchsuchungen seien durchgeführt, Computer und Akten beschlagnahmt, Geschäftsführung und Mitarbeiter einvernommen worden.

Große Mengen Eier aus ungarischer Käfighaltung?

Der Geschäftsführer der als Genossenschaft organisierten Eierhandelsfirma soll neben dem offiziellem Verkauf schwarz" mit den Lebensmitteln auch gehandelt haben. Dabei sei es aber nicht nur um Eier aus steirischer Freiland- und Bodenhaltung gegangen, so die Kleine Zeitung weiter. Sondern es sollen große Mengen Eier aus ungarischen Legebatterien eingeführt und beim Verpacken mit einer falschen Herkunftsbezeichnung versehen worden sein. Offensichtlich haben also viele in der Firma von den Machenschaften gewusst, wohl aber aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes geschwiegen. Drei Mitarbeiter erstatteten aber doch vor kurzem Anzeige. Sie dürften die dubiosen Geschäfte auch dokumentiert haben und über umfangreiches Beweismaterial verfügen. Bei der Polizei bestätigt man laut der Zeitung entsprechende Ermittlungen. Wir stehen aber erst am Anfang und müssen noch mehrere Personen dazu einvernehmen, sagt ein Kriminalbeamter. Das Unternehmen habe über seinen Rechtsanwalt Roland Weinrauch mitteilen lassen, dass die Vorwürfe nicht nachvollziehbar seien. Nun sei die AMA im Haus und würde alles prüfen, man müsse einmal abwarten, was dabei herauskommt.

AMA hat Betrieb bis auf weiteres gesperrt

"Der Betrieb wurde von uns bis auf weiteres im Rahmen des Gütesiegels gesperrt, wird Martin Greßl, Leiter des Qualitätsmanagments der AMA zitiert. Nach Auftauchen erster Hinweise habe man die Kontrollen intensiviert und alle Warenflüsse überprüft, dabei sei man auf Ungereimtheiten gestoßen. Diese betreffen aber die Vergangenheit. Wir haben strenge Maßnahmen gesetzt und überwachen laufend den Betrieb, um so etwas für die Zukunft auszuschließen, so Greßl gegenüber der Kleinen Zeitung. Wie die an sich strengen Überprüfungen der AMA und der Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung" umgangen werden könnten, müssten nun die Ermittler klären. Auch sei unklar, wer von den mutmaßlichen Schwarzgeschäften profitiert habe. Als Geschädigte blieben neben den ehrlich produzierenden Landwirten auf jeden Fall die Kunden übrig. Die Erzeugergemeinschaft Frischei, der die betroffene Firma angehört, beliefere sämtliche große Handelsketten in Österreich, aber auch Spitäler und Altersheime sowie Bäckereien und Teigwarenproduzenten. Die Handelsriesen hätten nach Bekanntwerden der Vorwürfe bereits ihre Verträge gekündigt.

Wlodkowski verurteilt Etikettenschwindel aufs Schärfste

Die steirische Landwirtschaftskammer ist in einer Aussendung empört über die Machenschaften des oststeirischen Eierhandelbetriebes und verurteilt diese Vorgänge auf das Schärfste. Die kleinen Eierbauern kommen unschuldig zum Handkuss. Sie haben in den vergangenen Jahren massiv in alternative Haltungsformen investiert, konkret in die Bio-, Freiland- und Bodenhaltung. Außerdem verlässt kein Ei, das nicht direkt persönlich beim Bauern gekauft wird, den Bauernhof, ohne dass es mit den Herkunftsangaben -; Betriebsnummer, Haltungsart -; gestempelt ist.Dazu Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski in einer ersten Reaktion: Die kleinen, ehrlich wirtschaftenden Bauern haben mit dem Eier-Skandal nichts zu tun und dürfen nicht die Leidtragenden dieses Etikettenschwindels werden."


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