Studien widerlegen Vorbehalte gegen Milchkonsum

"Milchgegner bringen hartnäckig gesundheitliche Nachteile gegen das hochwertige Grundnahrungsmittel vor und verunsichern Konsumenten damit. Wissenschaftlich betrachtet gibt es allerdings keinen Grund für einen Verzicht. In mehr als 42 Ländern der Welt sind Milchprodukte aufgrund ihrer günstigen Nährstoffzusammensetzung fixer Bestandteil offizieller Ernährungsempfehlungen", erklärte heute Marlies Gruber , wissenschaftliche Leiterin des "forum. ernährung heute".

MIlch

(Bildquelle: )

In der neuesten Ausgabe ihres Magazins ernährung heute" räumt das Forum mit bekannten Irrtümern zum Milchkonsum auf. Milch wird manchmal als Sündenbock für die Entwicklung von Übergewicht genannt, doch die Studienlage spricht eine andere Sprache. So zeigten zwei aktuelle Meta-Analysen erneut: Milch hat keinen signifikanten Einfluss auf das Körpergewicht, die Fettmasse oder das Taille-Hüfte-Verhältnis, so Gruber. Es mehren sich sogar die Hinweise, dass Milchprodukte während des Abnehmens helfen, Fettmasse abzubauen und Muskelmasse zu erhalten beziehungsweise aufzubauen, berichtet die Ernährungsexpertin.

Schutzeffekt verringert Diabetesrisiko

In Bezug auf die Entwicklung von Diabetes-Typ-2 zeigen Molkereiprodukte ebenso einen Schutzeffekt. Laut einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2013 senkt der tägliche Genuss von 200 g Milchprodukten das Diabetesrisiko um 6%. Dabei sind fettarme Milch, Käse und Joghurt wirksam, Vollmilch hat keinen Einfluss. Weitere Studien führen die Schutzwirkung auf Kalzium, Magnesium und Milchprotein zurück. Bei Käse und Joghurt wurde zudem erst kürzlich der durch die bakterielle Fermentation bedingte hohe Vitamin K-Gehalt als eigenständiger Schutzfaktor genannt.

Kalzium-Räuber Milch?

Ein gängiger Mythos verdächtigt Milch als Kalzium-Räuber. Begründet wird dies damit, dass das Osteoporose-Risiko in Ländern mit reichlichem Milchkonsum und damit hoher Kalziumaufnahme am höchsten ist. Vermutet wird, dass das mit der Milch zugeführte Eiweiß die Kalzium-Ausscheidung aus den Knochen verstärkt. Aktuelle Studien widersprechen dieser Annahme: Milchprodukte liefern deutlich mehr Kalzium, als zur Neutralisierung des aufgenommenen Proteins ausgeschieden wird. Der regelmäßige Konsum dieses Grundnahrungsmittels erhöht somit die Knochenmineralisierung - vorausgesetzt die Versorgung mit Vitamin D ist ausreichend, erklärt Gruber. Vitamin D wird vom Körper durch Sonnenbestrahlung in der Haut selbst gebildet oder über die Nahrung aufgenommen.

Zum Vorwurf, Milch führe zu vermehrter Schleimbildung in Hals, Nase und Rachen verweist die Ernährungsexpertin auf mehrere Studien, die sich mit dieser Hypothese beschäftigt haben. Keine konnte nachweisen, dass Milch tatsächlich zu einer vermehrten Schleimbildung führt.

Laktoseintoleranz ernst nehmen

Einzig im Falle einer Laktoseintoleranz - also wenn das Enzym Laktase, das Milchzucker abbaut, vom Körper zu wenig produziert wird - ist laut Gruber das Meiden von Kuhmilch angezeigt. Während 15 bis 20% der Österreicher tatsächlich laktoseintolerant sind, vertragen 80% der Käufer laktosefreier Produkte Milchzucker ohne Probleme. Sie greifen also ohne gesundheitliche Gründe zu diesen Erzeugnissen.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen