Offener Brief wegen Nichteinhaltung der ASP-Schutzmaßnahmen

Tierärzte und Bauern kritisieren Minister scharf

Der Medienauftritt von Sozialminister Dr. Wolfgang Mückstein (Grüne) in einer Schweinehaltung in Niederösterreich hat ein Nachspiel. Tierärzte und Landwirte kritisieren den offenbar sorglosen Umgang des Ministers mit den gesetzlich verordneten Schutzmaßnahmen des eigenen Hauses gegen ASP und Co.

Vor vier Wochen besuchte Sozial- und Gesundheitsminister Dr. med. Wolfgang Mückstein gemeinsam mit der niederösterreichischen Landtagsabgeordneten Dr. med. vet. Helga Krismer (beide von den Grünen) und dem ORF einen Betrieb mit Freilandschweinen im Bezirk St. Pölten-Land.

Einige Tierärzte und Landwirte waren über diesen Medienauftritt des Ministers baff erstaunt – insbesondere deshalb, da dabei die Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) offenbar völlig ignoriert wurden. Besonders ärgerten sie die Bilder, auf denen der Minister mit den Begleitern und Medienleuten ohne entsprechender Schutzkleidung im inneren Bereich der Freilandhaltung zu sehen war.

Die entsprechenden Vorgaben der seit Jänner 2017 geltenden Schweinegesundheitsverordnung habe demnach just jener Minister, der in der Bundesregierung für die staatliche Veterinärverwaltung und die Seuchenprävention zuständig ist, grob missachtet.

Praktizierende Tierärzte und Landwirte fühlen sich in ihren Anstrengungen um gesunde Nutztierbestände vom Ministerautritt konterkariert. In einem offenen Brief an Minister Mückstein verlangen sie von diesem Aufklärung über sein Verhalten. Auch nach Anfrage von top agrar steht die Antwort aus dem Ministerbüro noch aus.