Gemüsebau

Tirol: Erntehelfer Corona-positiv getestet

Einer der am Mittwoch aus Rumänien eingeflogenen Erntehelfer wurde positiv auf COVID-19 getestet. Er und seine unmittelbaren Sitznachbarn im Flugzeug wurden in Quarantäne gestellt. Harsche Kritik zum Einfliegen der Erntehelfer kommt von der FPÖ, die entsprechende Anfragen dazu im Nationalrat ankündigt.

Bei allen eingereisten Erntehelfern wurde noch am Flughafen Temperatur gemessen und ein Abstrich für den Corona-Test gemacht. (Bildquelle: Land Tirol/Berger)

Einer der Passagiere, die am Mittwochnachmittag mit einem von Tiroler und Kärntner Gemüsebaubetrieben organisierten und bezahlten Flug aus Rumänien gekommen waren, wurde positiv auf Corona getestet. Der 46-jährige Patient, der kaum Symptome zeigt, wurde – wie im Standardprozedere vorgesehen – umgehend isoliert und von der Mitarbeiterunterkunft in eine andere vom Betrieb zu bezahlende Unterkunft gebracht.

Quarantäne über 20 Rumänen verhängt

Im Rahmen des so genannten Contact-Tracing nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums und der AGES wurden von der Gesundheitsbehörde 19 enge Kontaktpersonen identifiziert. Es sind das jene Personen, die im Flugzeug in derselben Sitzreihe sowie zwei Reihen davor und dahinter ihren Sitzplatz hatten sowie die Person, mit der der Patient in Rumänien zum Flughafen angereist ist.

Auch diese 19 Kontaktpersonen müssen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Die Einhaltung der Quarantäne wird entsprechend kontrolliert. Seit Ankunft in Innsbruck bis zum nunmehrigen Vorliegen der Testergebnisse haben die Schlüsselarbeitskräfte ihre Unterkunft nicht verlassen. Alle Passagiere haben bereits im Flugzeug Mund-Nasen-Masken und Handschuhe getragen. Sie wurden am Flughafen Innsbruck grenz- und gesundheitspolizeilich kontrolliert und umgehend in ihre Unterkünfte gebracht.

Jene Personen, für die ein negatives Testergebnis vorliegt, und die nicht als Kontaktpersonen des positiv getesteten Mitarbeiters identifiziert wurden, können in den jeweiligen Betrieben ihre Arbeit in gleichbleibenden Kleingruppen aufnehmen. Vorsichtshalber halten sich diese Personen in ihrem Mitarbeiter- und Arbeitsumfeld auf. Für die Unterkünfte, die Arbeit im Freiland oder auch in überdachten Bereichen gelten strenge vom Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Österreich ausgearbeitete Sicherheits- und Hygienestandards.

FPÖ spricht von „absoluter Pleite für ÖVP-Ministerinnen“

In der nächtswöchigen Nationalratssitzung will die FPÖ einen lückenlose Aufklärung von den Bundesministern Aschbacher (Arbeit), Köstinger (Landwirtschaft) und von Anschober (Gesundheit) über diesen Vorfall verlangen. Die FPÖ-Sozialsprecherin Abg.z.NR Dr. Dagmar Belakowitsch kritisiert die ÖVP scharf für das Einfliegen ausländischer Erntehelfer.

„Obwohl über 600.000 Arbeitnehmer in Österreich in Kurzarbeit sind und weitere 560.000 beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos gemeldet aufscheinen, setzt ein ÖVP-Netzwerk aus Landwirtschafts- und Wirtschaftskammerfunktionären weiterhin auf den Import ausländischer Arbeitnehmer“, so die Abgeordnete in einer Aussendung.

Zudem sieht Berlakowitsch das Einfliegen der Erntehelfer auch „als absolute Pleite für die ÖVP-Ministerinnen Köstinger und Aschbacher.“ Denn seit Wochen und Monaten würden diese die Plattform www.dielebensmittelhelfer.at. bewerben. Zudem hieß es, dass sich bereits über 1.000 Interessenten für einen Arbeitsplatz in der Landwirtschaft interessiert und beworben hätten. „Da frage ich mich, warum muss man dann Erntehelfer aus Rumänien einfliegen, wo die Gefahr einer neuerlichen Einschleppung des Coronavirus droht?“, so Belakowitsch abschließend.


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