Tschechische Landwirte blockieren am Montag Grenzübergang nach Österreich

Am kommenden Montag werden am österreichisch-tschechischen Grenzübergang Dolni Dvoriste/Wullowitz Landwirte mit einer Blockade gegen Fleischimporte aus Österreich demonstrieren. Wie der Präsident der tschechischen Landwirtschaftskammer, Jan Veleba laut Radio Prague betonte, wollen sich daran mehrere hundert Bauern mit Transparenten und Flugblättern beteiligen. 

Bisher demonstrierten immer österreichische Atomgegner gegen das Kraftwerk Temelin in Wullowitz. Am Montag blockieren tschechische Landwirte den Grenzübergang. Foto: grenzblockade.at

Bisher demonstrierten immer österreichische Atomgegner gegen das Kraftwerk Temelin in Wullowitz. Am Montag blockieren tschechische Landwirte den Grenzübergang. Foto: grenzblockade.at (Bildquelle: )

Die Landwirtschaftskammer kritisiere bestimmte Lebensmittelketten wegen ihrer Fleischimporte nach Tschechien, so das AIZ. Besonders aus Österreich werde Schweinefleisch im großen Umfang durch die Handelskette Interspar nach Tschechien eingeführt. Die Verkäufe von Fleisch tschechischer Herkunft seien mehr als halbiert worden. Laut Landwirtschaftskammer entgingen den tschechischen Produzenten durch die Fleischimporte aus anderen Ländern umgerechnet über 86 Mio. € Umsatz. Die Lage des Sektors werde als krisenhaft beschrieben. Es gebe einen rasanten Abbau der Bestände und viele Unternehmen seien zur Aufgabe gezwungen.Spar habe dagegen versichert, dass der große Teil des in Tschechien angebotenen Fleisches von dortigen Produzenten stamme. Eine Änderung in der Liste der Fleischlieferanten sei einzig und allein wegen der Beendigung der Tätigkeit eines bisherigen Versorgers, der Gesellschaft Prima Group as, durchgeführt worden. Allerdings hätten die tschechischen Produzenten keine ausreichenden Mengen entsprechender Qualität zum Ausgleich anbieten können. Deswegen habe Spar das Angebot ausländischer Firmen in Anspruch genommen, die aber auch zum Teil tschechische Produkte zu liefern hätten. Der tschechische Agrarminister Petr Gandalovic reagierte auf die Protestankündigung der Bauern mit der Erklärung, dass er zwar nicht deren Recht auf Proteste gegen Fleischimporte aus anderen Ländern in Frage stelle, jedoch davon überzeugt sei, dass eine Problemlösung nur auf Verhandlungsebene gefunden werden kann.


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