Agrarische Einkommen

UBV fordert 3 Mrd. € Kompensationsgeld

Auf der Rieder Messe hielt auch der Unabhängige Bauernverband seine schon traditionelle Medienkonferenz ab. Neben der Forderung nach einem Inflationsausgleich bei den Erzeugerpreisen wurde das für die Bauern nötige Kompensationsgeld auf gesamt 3 Mrd. € taxiert.

Jede Berufsgruppe genieße einen Inflationsausgleich, nur die Landwirte nicht, so die Bundesspitze des Unabhängigen Bauernverbandes (UBV) in einem Mediengespräch auf der Rieder Messe.

Laut Grünem Bericht bekomme eine Arbeitskraft in der Landwirtschaft einen Stundenlohn von durchschnittlich 5 €, so UBV-Bundesobmann Karl Keplinger. Einige Ausgaben, z.B. für die Sozialversicherung, würden jährlich um die Inflation oder die Lohnerhöhungen der unselbständigen Arbeitnehmer anderer Berufsgruppen erhöht. So wurden etwa die SV-Beiträge 2021 um 3,3 % erhöht. Im Jahr 1995 betrugen die Ausgleichszahlungen der 1. Säule 330 €. Inflationsbereinigt müssten es 520 € für 2021 sein. Tatsächlich nehmen sie aber weiterin ab und werden für 2023 nur mehr 140 € betragen. Daher brauche die Landwirtschaft bei den Einnahmen einen Inflationsausgleich aus öffentlichen Geldern, so der UBV-Frontmann.

UBV-Organisationsreferent Johann Großpötzl ging noch weiter. Laut seinen Ausführungen hätten die Sozialversicherungsabgaben zu EU-Beitritt rund 50% der erhaltenen Förderungen ausgemacht. 2026 werde dann das erste Jahr sein, in dem die Sozialverischerungsabgaben höher wie die öffentlichen Gelder sein werden. Über die Jahre fehle der heimischen Land- und Forstwirtschaft mittlerweile 3 Mrd. €. Dieses Geld müsste aus allen Kanälen, so Großpötzl, zu den Bauern fließen. Einerseits denkt er dabei an höherer Produktpreise, andererseits auch an spezielle Förderungen. "Der Stundenlohn muss endlich wieder passen", so Großpötzl. "Für 2 oder 4 € bleibt kein Junger auf Dauer am Hof."