Preisexplosion bei den Betriebsmitteln

UBV für USt-Senkung, Ministerium ist skeptisch

Um die Kostenexplosion bei den Betriebsmitteln abzufedern, fordert der Unabhängige Bauernverband (UBV) die steuerliche Entlastung der Landwirtschaft analog zur Gastronomie. Das Landwirtschaftsministerium (BMLRT) ist skeptisch und präferiert andere Maßnahmen.

Österreichs Landwirte stöhnen unter der Kostenexplosion bei den Betriebsmitteln. Futtermittel, Kunstdünger, Sprit, Energie und Co sind seit Corona-Pandemiebeginn teilweise extrem gestiegen. Zuletzt mahnte auch LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger höhere Erzeugerpreise zur Abdeckung der hohen Preissteigerungen.

Aufgrund der massiv gestiegenen Betriebsmittelpreise forderte der Unabhängige Bauernverband (UBV) nun eine temporäre Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf 5 % für alle Betriebsmittel. Ähnlich wie für die Gastronomie soll sie Bundesregierung diese Mehrwertsteuersenkung sofort umzusetzen. Laut UBV wäre diese auch nach dem EU-Recht zulässig.

Aus dem Landwirtschaftsmministerium kommen es auf top agrar-Anfrage skeptische Töne. Man beobachte natüürlcih die Märkte, so ein Ministeriumssprecher. Vor allem die massiv gestiegenen Düngemittelpreise machen große Sorge. Die Ursachen wären durchaus vielfältig. Produkt- wie auch Betriebsmittelpreise unterliegen bekanntermaßen regelmäßigen Schwankungen. Gerade im Düngemittelbereich ist man sehr stark von den vorherrschenden Rohöl- bzw. den Energiepreisen abhängig.

Eine kurzfristige Absenkung der Mehrwertsteuer für Betriebsmittel sieht das BMLRT zudem eher kritisch, auch deshalb, weil diese sofort wieder zurückgenommen werden müsste, sobald sich sie Preissituation entspannt bzw. die Händler diese Reduktion 1:1 mit einer Erhöhung des Preises kompensieren könnten und damit nur sie davon profitieren und nicht die Bäuerinnen und Bauern. Der Fokus des BMLRT liegt auch stärker uf langfristigen Entlastungsmaßnahmen wie etwa der CO2-Steuerrückvergütung in der Landwirtschaft oder der Senkung der Versicherungsbeiträge. Maßnahmen, an denen das Ministerium gerade arbeitet.