LK-Wahlen 2021 – Steiermark

UBV: „Neues Jahr, neue Wahlmöglichkeit“

Der Unabhängige Bauernverband Steiermark präsentierte diese Woche seine Kandidaten und Ziele für die anstehende Kammerwahl. Bei der Wahl am 24. Jänner tritt man als „UBV Steiermark – Team Ilsinger/Herbst“ an.

Die beiden Johanns – Ilsinger (rechts) und Herbst (links) – erhoffen sich bei der LK-Wahl einen Zuwachs an Stimmen und Mandaten. (Bildquelle: Werkbild/UBV)

Derzeit werde eine Politik für Konzerne, Kapitalgesellschaften und den Handel gemacht, so der UBV. Von den EU-Ausgleichszahlungen bekommen 10% der Förderempfänger 60% des Geldes und nur 90% derBetriebe müssten sich die restlichen 40% vom Förderkuchen teilen.

Es ist daher kein Wunder, dass die Land- und Forstwirte zum Großteil von der Substanz ihrer Betriebe leben müssten. Während jede Branche, jeder Bereich, jede Berufsgruppe einen jährlichen Inflationsausgleich kalkuliert bzw. vom Staat bezahlt bekommt, steigen für die Bauern die Kosten, während die Erträge sinken würden

Laut UBV-Landesobmann und Spitzenkandidat Johann Ilsinger war dies der ausschlaggebende Punkt, dass sich 2010 der Unabhängige Bauernverband Steiermark gegründet hatte. Denn die Einkommensmisere ziehe sich bei den Land- und Forstwirten wie ein roter Faden durch die letzten 25 Jahre, so der Bergbauer aus dem obersteirischen Donnersbachtal (Bezirk Liezen).

Leistungen müssten voll abgegolten werden

„Während die Einkommen stagnieren oder sinken, steigen die Produktionskosten jedes Jahr. Die Konsequenz ist, dass sich seit 1986 die Betriebe bis heute von rund 300.000 Betrieben auf 150.000 Betrieben halbiert haben. Die Fortschreibung des aktuellen Agrarmodells mit der Gemeinsamen EU Agrarpolitik GAP ist ein Fortschreiben des Vernichtens von Bauernexistenzen. Deshalb fordern wir neue Wege in der Agrarpolitik“, so Ilsinger.

Aus der Sicht des UBV-Frontmannes ist es ein Muss, dass die Land- und Forstwirte für ihre erbrachten Leistungen auch entsprechende Leistungsabgeltung benötigen. Dies müsse einerseits aus dem Bereich Erzeugung von Lebensmitteln möglich sein. Dazu brauche es eine Leistungsabgeltung je Hektar für die Bereitstellung von Kulturland inklusive einer entsprechenden CO2-Leistungsprämie.

Obmann Ilsinger betonte zudem, dass der UBV eine Mindestpension für Bäuerinnen von 1.200 € fordert bzw. erwirken möchte. Dazu soll jede Frau für jedes Kind zusätzlich 200 € auf die Pension dazu erhalten. „Eine Gesellschaft wird nur dann langfristig funktionieren und intakt sein, wenn es vor allem eine echte Anerkennung von großen Leistungen gibt, in dem diese auch ordentlich bezahlt werden!“, stellte Ilsinger fest.

Landwirtschaft zahlt die Zeche für andere

Für Johann Herbst, den zweiten Spitzenkandidates des UBV Steiermark, passen derzeit die Spielregeln in keiner Branche bzw. in keinem Produktionszweig für die Land- und Forstwirte. Vielmehr würde die Landwirtschaft heute bei den internationalen Handelsverträgen die Zeche für andere Branchen zahlen, so der Obstbauer aus Neudorf (Bezirk Weiz)

Das sei ein Unding und müsse auf politischem Weg abgestellt werden, verlangte Herbst. Wie auch der Umstand, dass man hier den Landwirten Auflagen ohne Ende aufbürdet, während importierte Lebensmittel mit ganz anderen Möglichkeiten erzeugt werden können. Daher fordert der UBV gleiche Vorgaben für die Produktion, nur so sei ein faire Wettbewerb möglich. Dies brauche es, damit sich hier die Erzeugerpreise erholen und die heimische Landwirtschaft wieder wettbewerbsfähig wird.

„Wenn man die regionale Erzeugung von Lebensmittel will, müssen andere Spielregeln her. Miteinher zur Erzeugung von Lebensmittel geht die Gestaltung von Kulturland. Ohne Bauern wird diese Arbeit niemand mehr verrichten“, zeigte sich Herbst überzeugt.

Stimmen- und Mandatszuwachs erwartet

Der UBV ist in einzelnen Bezirksbauernkammern bereits vertreten. In der Vollversammlung ist man aktuell nach dem Bauernbund und den FPÖ Bauern die drittstärkste Kraft und hält dort bei vier Mandaten.

In den Bezirken wie auch im Landes-Bauernparlament erhoffen sich Ilsinger und Herbst auch Zugewinne. „Die Allmacht des Bauernbunds tut unseren Bäuerinnen und Bauern gar nicht gut. Seit 1986 hat der Bauernbund mit seiner maßgeblichen politischen Gestaltung den Bauernstand in Österreich von rund 300.000 Betrieben auf heute knapp 150.000 Betriebe halbiert!“, so die beiden Spitzenkandidaten und Landeskammerräte.


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